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Düstere Klima-PrognoseEl Niño könnte zu 450.000 zusätzlichen Hitzetoten führen

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Menschen gehen unter der sengenden Sonne in Quezon City auf den Philippinen spazieren. (Archivbild)

Menschen gehen unter der sengenden Sonne in Quezon City auf den Philippinen spazieren. (Archivbild)

El Niño heizt den Planeten zusätzlich auf. Für Hunderttausende könnten die Temperaturen laut Forschern bald tödlich enden.

Das derzeit außergewöhnlich starke El-Niño-Wetterphänomen könnte in den kommenden sechs Monaten weltweit mehr als 450.000 zusätzliche Hitzetote verursachen. Zu diesem Ergebnis kommen Klimaforscher des Climate Impact Lab und der University of Chicago in einem aktuellen Bericht. Die Schätzung bezieht sich auf den Zeitraum von September 2026 bis Februar 2027.

Besonders schwer könnten demnach tropische Länder getroffen werden. Als am stärksten gefährdet gelten laut den Forschern Nigeria, Indonesien, Sudan, Indien und Brasilien. Allein in der Sahelzone werde es demnach zu rund 67.000 zusätzlichen Hitzetoten kommen, die Hälfte davon allein in Nigeria.

Forscher: El Niño wird zur Gefahr für tropische Länder

Auch in den USA werden nach den Berechnungen rund 3500 zusätzliche hitzebedingte Todesfälle erwartet. Die tatsächliche Zahl könnte höher liegen, da die Prognosen nur bis Februar reichen. Ein erhöhtes Risiko wird bis in den Sommer 2027 hinein erwartet.

Die Schätzung umfasst ausschließlich die zusätzlichen Todesfälle durch die von El Niño verstärkte Hitze. Bereits heute führt der menschengemachte Klimawandel zu höheren Temperaturen und mehr Hitzetoten. Mögliche weitere Opfer durch Dürren, Waldbrände und Überschwemmungen sind in der Zahl nicht enthalten.

Sofortmaßnahmen: „Zehntausende Menschenleben retten“

Für die Berechnung werteten die Forscher den Zusammenhang zwischen Temperatur und Todesfällen in 24.378 Regionen weltweit aus. Als Vergleich diente die durchschnittliche Zahl der Hitzetoten in den Jahren 1996 bis 2025. 

Nach Einschätzung der Forscher könnten frühzeitige Hitzewarnungen, gekühlte Schutzräume, eine bessere medizinische Versorgung und zusätzliche Schutzmaßnahmen für Beschäftigte im Freien viele Menschenleben retten. Zugleich dürfte El Niño die Ernährungslage verschärfen. Das Welternährungsprogramm rechnet mit etwa 50 Millionen weiteren Menschen, die in akute Hungersnot geraten könnten.

Der Report helfe, zu erkennen, „wo jetzt Sofortmaßnahmen ergriffen werden müssen, um in den kommenden Monaten Zehntausende Menschenleben zu retten“, sagte Mitautor Michael Greenstone von der University of Chicago. (das)