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Heißer als der SchnittDWD-Prognose: Mehr Hitzetage und Gefahr von Starkregen

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Hitze in der Region Hannover

Am 1. Juni ist meteorologischer Sommeranfang.

Meteorologen erwarten einen überdurchschnittlich warmen Sommer. Doch was bedeutet das für Dürre und Starkregen in der Region?

Die Spannung steigt, welche Wetterbedingungen der kommende Sommer bringen wird. Während manche Aspekte schon prognostiziert werden können, herrscht über vieles noch Ungewissheit. Eine leichte Tendenz zu einem überdurchschnittlich warmen Sommer im Vergleich zum Zeitraum 1991 bis 2020 wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) erwartet. „Unsere aktuelle saisonale Klimavorhersage zeigt eine Wahrscheinlichkeit von rund 62 Prozent für mehr heiße Tage, also Tage mit einer Maximumtemperatur über 30 Grad, im Vergleich zum Durchschnitt von 1991 bis 2020“, erläuterte Amelie Hoff, die dem Klimavorhersage-Team des DWD angehört. Diese Angabe gilt für die Monate Juni bis einschließlich August. Ebenso prognostiziert die Weltwetterorganisation (WMO) in ihren Modellen mit einer gemäßigten Wahrscheinlichkeit einen Sommer mit höheren Temperaturen.

Dieser Trend ist wenig verwunderlich, denn die Erwärmung in Deutschland um circa 2,5 Grad infolge des Klimawandels übertrifft den weltweiten Mittelwert erheblich. „Das europäische Sommerklima wird maßgeblich vom Klimawandel beeinflusst“, führte Julian Krüger vom Max-Planck-Institut für Meteorologie aus. „Neben einer generellen Verschiebung in Richtung wärmerer Temperaturen erhöht der Klimawandel auch die Wahrscheinlichkeit für außergewöhnlich hohe Temperaturen bis hin zu Hitzeereignissen, die ohne den Klimawandel nicht möglich wären.“ Die Untersuchung von Hitzewellen aus den letzten 45 Jahren ergab, dass die fünf stärksten Phänomene ausschließlich in den vergangenen zwei Dekaden verzeichnet wurden, nämlich in den Jahren 2010, 2014, 2018, 2021 und 2022.

Bodenfeuchte in NRW: Lage hat sich verbessert

Zum aktuell verfügbaren Wasser im Boden äußerte Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung: „Insgesamt ist in diesem Jahr die Situation so, dass in Deutschland der Boden in seiner Gesamtheit immer noch trockener ist als normal.“ Allerdings hat sich die Situation in manchen Gebieten, zu denen Nordrhein-Westfalen und das Thüringer Becken zählen, in den letzten Wochen verbessert. Für die Agrarwirtschaft sei dies eine positive Entwicklung, da dort aktuell mit konstanten Ernteerträgen gerechnet wird. Zudem zeigten die Pflanzen in Wäldern und Forsten eine gute frühjährliche Entwicklung, weil ausreichend Bodenfeuchtigkeit vorhanden ist, was die Gefahr von Wasserstress reduziert. Demgegenüber stehen jedoch Gebiete, beispielsweise in Teilen von Bayern und Baden-Württemberg, die momentan unter extremer Trockenheit leiden.

Die aktuell außergewöhnlich hohen Temperaturen der Ozeane sind ein weiterer Faktor. Nach Angaben der Plattform „Climate Reanalyzer“ der University of Maine lag die weltweite durchschnittliche Oberflächentemperatur an mehreren Tagen dieses Frühjahrs über den bisherigen Rekordwerten für die entsprechende Jahreszeit. „Wenn unsere Randmeere – zum Beispiel Mittelmeerraum, Nord- und Ostsee – wärmer sind, kann natürlich mehr Wasser verdunsten“, erläuterte Hoff vom DWD. „Eine wärmere Atmosphäre kann auch mehr Wasser aufnehmen und das begünstigt dann zum Beispiel auch Starkregenereignisse.“ Zusätzlich wird beobachtet, dass leichter, anhaltender Regen seltener auftritt, wohingegen extreme Wetterphänomene häufiger werden.

Konkrete Prognosen zu Wetter und Regenmengen schwierig

Trotz der erhöhten Wahrscheinlichkeit für Hitzewellen ist der genaue Zeitpunkt ihres Auftretens noch ungewiss. „Wir können keine Aussage darüber treffen, ob in einem bestimmten Monat Hitzewellen auftreten. Dazu sind die Unsicherheiten einfach zu groß“, so die Einschätzung von Hoff. Aufgrund der chaotischen Eigenschaften der Atmosphäre sind Wetterprognosen lediglich für die nächsten Tage möglich, bei beständigen Wetterbedingungen bis zu etwa zwei Wochen. Im Gegensatz dazu stellen Klimavorhersagen grobe Einschätzungen für ein ausgedehnteres Gebiet und eine längere Periode dar, die jedoch auch mit Unsicherheiten behaftet sind.

Genauso ungewiss ist, ob uns eine Dürreperiode im Sommer erwartet, die das Thema Wassereinsparung erneut in den Fokus rücken würde. Der Dürre-Spezialist Marx führte aus, dass in den schon jetzt trockenen Gebieten, wie beispielsweise in Bayern, die Gefahr einer Wasserknappheit während des Sommers ansteigt. „Es kann jetzt auch normaler Niederschlag über den Sommer und den Herbst kommen“, ergänzte Marx. Eine exakte Vorhersage der Regenmengen ist demnach nicht machbar.

Starke Niederschlagsereignisse lassen sich ebenfalls nur schwer auf lange Sicht prognostizieren. Wie Nora Leps vom DWD-Klimaprojektionsteam darlegte, treten solche Phänomene sehr örtlich und zeitlich beschränkt auf. Die Computermodelle erreichen jedoch allmählich die erforderliche Kapazität, um Berechnungen mit sehr hoher Auflösung durchzuführen, die zumindest statistische Schlussfolgerungen ermöglichen.

Für den weiteren Jahresverlauf erwartet die Weltwetterorganisation das Auftreten des Klimaphänomens El Niño. „El Niño hat keinen direkten Einfluss auf Deutschland“, stellte Hoff vom DWD klar. Jedoch wurden in Jahren mit El Niño oft Rekordwerte bei der weltweiten Temperatur verzeichnet. Gemäß der WMO könnte infolgedessen künftig ein neues Rekordjahr registriert werden, welches das bislang wärmste Jahr übertrifft. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.