Der Ebola-Ausbruch im Kongo ist noch nicht gestoppt. Die WHO kämpft gegen eine seltene Virus-Variante und Misstrauen.
WHO hinkt Ebola hinterherAusbruch im Kongo breitet sich aus, Fälle in Uganda

Die hochansteckende Krankheit ist im Kongo noch nicht unter Kontrolle.
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In der Demokratischen Republik Kongo konnte der Ausbruch von Ebola noch nicht gestoppt werden. In Genf äußerte sich Tedros Adhanom Ghebreyesus, der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), mit den Worten: „Die Krankheit hatte einen Vorsprung, und wir hinken immer noch hinterher“. Vorangegangen war ein mehrtägiger Aufenthalt in der Krisenregion im östlichen Teil des Landes.
Es wird vermutet, dass sich das letale Virus bereits über Wochen verbreitete, ehe seine Entdeckung Mitte Mai erfolgte. Die seltene Bundibugyo-Variante des Ebolavirus, die mittlerweile nachgewiesen wurde, konnte mittels gängiger Testverfahren nicht identifiziert werden. Laut Angaben der WHO gibt es mittlerweile 344 nachgewiesene Infektionen im Kongo, von denen 60 tödlich endeten. Für das benachbarte Uganda wurden 15 Infektionen gemeldet.
Herausforderungen: Nachverfolgung und Vertrauensbildung
Tedros benannte mehrere Problemfelder. Eine besondere Schwierigkeit bestehe weiterhin darin, die Kontaktpersonen von Infizierten zu isolieren und deren Zustand zu beobachten. Bisher sei dies nur bei 45 Prozent der Kontaktpersonen erfolgreich gewesen. Jedoch sei eine Quote von über 90 Prozent erforderlich, um die weitere Verbreitung zu unterbinden.
Des Weiteren sei es entscheidend, das Vertrauen der lokalen Bevölkerung zu stärken. Dies sei notwendig, damit erkrankte Personen sich bei den Behörden melden und in den eingerichteten Zentren eine optimale medizinische Betreuung erhalten. Gleichzeitig forciere die WHO mit Nachdruck die Forschung an Impfstoffen und Behandlungsmethoden für diese spezielle Virusvariante, so Tedros.
In der Zwischenzeit ist die Anzahl der vermuteten Fälle signifikant zurückgegangen, von über 1.200 auf unter 170. Der Grund dafür ist, dass die Mehrheit der Proben von Personen mit Verdacht auf eine Infektion negativ ausfiel. Laut WHO sind die vorliegenden Proben mittlerweile größtenteils analysiert. Die Organisation unterstützt die lokalen Behörden beim erheblichen Ausbau der Testmöglichkeiten vor Ort. (dpa/red)
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