Sechs Menschen sterben durch Schüsse in einer Jugendeinrichtung. Bei einer Pressekonferenz am Abend verrät die Polizei weitere Details.
Mutter-Kind-EinrichtungSechs Tote nach Schüssen in Stade – erste Hinweise auf Motiv

Einsatzkräfte und die Spurensicherung stehen auf einer Straße in Stade. Hier sind fünf Menschen durch Schüsse gestorben.
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Im niedersächsischen Stade sind am Montag (29. Juni) durch Schüsse in einer Jugendhilfeeinrichtung fünf Menschen getötet worden. Ein sechster Mensch ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Mehrere weitere Menschen seien verletzt worden, teilte die Polizei mit. Der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen.
Bei einer Pressekonferenz am Abend sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, es sei noch offen, ob und wann am Dienstag ein Haftbefehl beantragt werde. Das hänge nun von den weiteren Ermittlungsergebnissen der Polizei ab.
„Kaltblütige Tat“ wegen Sorgerechtsstreits?
Der 45-jährige Mann aus dem Raum Hannover sei am Montag im Zusammenhang mit einer „Sorgerechtssache“ in der Einrichtung gewesen, in der seine dreimonatige Tochter und die Kindsmutter untergebracht gewesen seien, sagte die Lüneburger Polizeipräsidentin Kathrin Schuol vor Journalisten in Stade.
Bei den getöteten Menschen handele es sich um Mitarbeitende der Jugendeinrichtung, vier Frauen und zwei Männer. Die Tochter des Verdächtigen und die 34-jährige Kindsmutter seien unverletzt geblieben.

Sechs Menschen sind bislang an den Schüssen in Stade gestorben. Das Bild zeigt die Spurensicherung und Rettungsdienst im Einsatz.
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Wegen des Sorgerechts des Kindes hatte der Verdächtige einen Termin in der Jugendhilfeeinrichtung in Stade – zusammen mit vielen der Opfer. Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) sprach von einer „kaltblütigen“ Tat.
Der mutmaßliche Schütze wurde kurz nach der Tat festgenommen. Er war in einem von einer Frau gesteuerten Auto auf der Flucht, als er von Polizisten gefasst wurde. Auch die mutmaßliche Fahrerin wurde festgenommen. Sie stammt nach ersten Erkenntnissen der Ermittler aus dem erweiterten Bekannten- oder Familienkreis des Manns.
Tötungsdelikt in einer Jugendhilfeeinrichtung
Die Ministerin sprach von einem „entsetzlichen Tag für Stade und für ganz Niedersachsen“. Sechs Menschen seien „auf brutale Weise aus dem Leben gerissen“ worden, erklärte sie. Das verursachte Leid sei „schwer zu begreifen und noch schwerer in Worte zu fassen“. Die Tat werde Stade „lange beschäftigen“ und „Spuren hinterlassen“. Behrens sprach allen Betroffenen ihre Anteilnahme aus.
Am Mittag hatte die Polizei berichtet, dass es in der Dankersstraße in Stade zu einer „großen polizeilichen Einsatzlage“ komme. Die Menschen wurden aufgerufen, den betroffenen Bereich zu verlassen und weiträumig zu meiden. Stade ist eine Kreisstadt im nördlichen Niedersachsen unweit von Hamburg und der Elbe. Sie hat knapp 50.000 Einwohnerinnen und Einwohner. (dpa/afp)