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„Es ist einfach peinlich“Neue Dokumente enthüllen engen Kontakt zwischen Epstein und Mette-Marit

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Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hatte über mehrere Jahre Kontakte zu Jeffrey Epstein (Archivbild).

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit hatte über mehrere Jahre Kontakte zu Jeffrey Epstein (Archivbild).

Dass die norwegische Kronprinzessin Sexualstraftäter Epstein kannte, ist schon seit Jahren klar. Offenbar war der Kontakt enger als eingeräumt.

Der Skandal rund um Sexualstraftäter Jeffrey Epstein bedroht nicht nur das britische Königshaus, sondern könnte auch für die norwegischen Royals unangenehme Auswirkungen haben. Die neuesten Veröffentlichungen des US-Justizministeriums vom Freitag (30. Januar) zeigen, dass die Verbindungen zwischen Kronprinzessin Mette-Marit zu Epstein, der sich 2019 in der Haft das Leben nahm, wohl doch enger waren als bisher von ihr eingeräumt.

Denn wie die Dokumente nahelegen, hatte sich Mette-Marit bereits 2011 mit der Vergangenheit Epsteins beschäftigt. „Ich habe dich nach der letzten E-Mail gegoogelt. Ich stimme zu, dass es nicht so gut aussieht“, schreibt sie Epstein laut Unterlagen in einer E-Mail vom 23. Oktober 2011 („Googles u after last email. Agree didn't look too good“). Am Ende der Mail erscheint ein Smiley. Welche Ergebnisse Mette-Marit bei ihrer Google-Suche nach Epstein genau fand, ist natürlich nicht bekannt.

Mette-Marit bedauerte schon 2011 den Kontakt zu Epstein

Dass Mette-Marit Verbindungen zu Epstein hatte, ist nicht neu. Sie soll den Unternehmer in den Jahren 2011 und 2013 mehrfach in den USA und Oslo getroffen haben, wie Medien bereits vor Jahren berichteten. Brisant daran: Zu diesem Zeitpunkt hatte der Finanzberater seine Taten bereits teilweise eingeräumt und war verurteilt worden. 2008 ging es um Anstiftung zur Prostitution, in einem Fall einer Minderjährigen.

Mette-Marit bedauerte 2019 diesen Kontakt und entschuldigte sich auf Nachfrage für ihr Verhalten. „Ich hätte niemals etwas mit Epstein zu tun gehabt, wenn mir die Schwere seiner Verbrechen bewusst gewesen wäre“, sagte sie vor gut sechs Jahren auf Nachfrage der Zeitung „Dagens Næringsliv“. Sie hätte die Vergangenheit von Epstein besser untersuchen müssen, so die Kronprinzessin 2019.

Dabei legen die neuesten Veröffentlichungen jetzt nahe, dass sie sich 2011 sehr wohl mit Epstein beschäftigt hatte. Von den Vorwürfen gegen ihn und der Verurteilung dürfte sie also gewusst haben. Schon im März 2011 hatte auch die britische „Daily Mail“ ausführlich über Epstein, Prinz Andrew und junge Frauen berichtet.

Mette-Marit wohnte vier Tage in Epsteins Haus

Wie der norwegische Sender TV 2 berichtet, bekräftigte der Palast am Samstag, der Kronprinzessin sei das Ausmaß und die Art der Straftaten von Epstein damals nicht bekannt gewesen. Mette-Marit bedauerte erneut zutiefst, in dieser Situation ein schlechtes Urteilsvermögen bewiesen und den Kontakt zu dem Amerikaner aufrechterhalten zu haben, heißt es. Zudem erklärte sie in einer offenen Stellungnahme gegenüber dem Sender NRK: „Es ist einfach peinlich“.

Der Kontakt zwischen der Kronprinzessin und Jeffrey Epstein hielt mindestens bis Mitte Juni 2014 an. Sie wohnte in dieser Zeit sogar vier Tage in dessen Haus in Palm Beach, Florida – zusammen mit einer Freundin, wie TV 2 berichtet. Der norwegische Palast bestätigte dies. Per Mail tauschten sich Mette-Marit und Epstein öfter über Themen wie Bücher oder Gesundheit aus. Mehrmals trafen sie sich darüber hinaus auch. (mit dpa)