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Eisige GlätteAußenminister scheitert am Wetter – Berliner Straßenbahn steht still

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Tram-Haltestelle in Berlin. Durch den Eisregen sind die Oberleitungen der Straßenbahnen in Berlin am Montag (26. Januar) flächendeckend eingefroren.

Tram-Haltestelle in Berlin. Durch den Eisregen sind die Oberleitungen der Straßenbahnen in Berlin am Montag (26. Januar) flächendeckend eingefroren. 

Johann Wadephul konnte nicht vom Berliner Flughafen aus starten, weil dort alles vereist war. Der DWD gab eine Warnung aus.

Die derzeitige Wetterlage macht nicht nur Pendlern zu schaffen – auch der politische Betrieb in Berlin leidet teilweise unter dem Winterwetter. So musste Außenminister Johann Wadephul am Montag (26. Januar) den Abflug zu einer eintägigen Reise nach Lettland und Schweden kurzfristig umplanen. Gefrierender Regen machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Beide Start- und Landebahnen am Hauptstadtfllughafen BER waren vereist und mussten behandelt werden.

„Aufgrund extremer Witterungsbedingungen wurde der Abflugsort von Berlin nach Leipzig verlegt, um die Reise durchzuführen“, hieß es am Morgen aus dem Auswärtigen Amt.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) steigt für eine Reise nach Lettland und Schweden am Hauptbahnhof in einen ICE, der ihn nach Leipzig bringt.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) steigt für eine Reise nach Lettland und Schweden am Hauptbahnhof in einen ICE, der ihn nach Leipzig bringt.

Von Berlin nach Leipzig reiste Wadephul mit dem Zug. Dort sollte ein Airbus der Bundeswehr für die Weiterreise des Ministers und seiner Delegation warten. Welche geplanten Termine in Riga und Stockholm umgeplant werden mussten, war zunächst unklar.

DWD-Warnung vor Glätte und Schnee

Während es für Wadephul höchstens eine Verzögerung gegeben haben dürfte, ist es für andere Verkehrsteilnehmer in Deutschland erneut gefährlich geworden. Nach einer Phase der Entspannung und mit etwas milderen Temperaturen ist es am Sonntag und zum Wochenstart auch im Westen wieder kälter geworden, zudem hat es in vielen Regionen geschneit. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) gab eine Warnung vor „markanter Glätte“ aus, die den Norden und Osten Deutschlands betraf, also auch Berlin. Hier traf Regen auf den kalten Boden, dadurch bildete sich überfrierende Nässe, es wurde teilweise sehr glatt. 

Der Wetterdienst Kachelmannwetter spricht von einem „Gerangel zwischen milderen und winterlich kalten Luftmassen“. Dies führt zu diesen unsteten Wetterlagen, die auch von Region zu Region sehr unterschiedlich sind.

In Köln entspannte Wetterlage, Unfälle im Süden

Während es in Köln und dem gesamten Rheinland keine Hinweise gab, bestand für die östlichen Teile von NRW eine Warnung vor Schneefall mit lokaler Glättebildung . In Köln kommen im Laufe des Tages nur einige Flocken herunter, mit einer gefährlichen Wetterlage ist nicht zu rechnen. Auch in den kommenden Tagen sieht es nicht danach aus. Am Dienstag wird es deutlich wärmer, es regnet. Da aber die Böden im Westen nicht komplett durchgefroren sind, wird es wohl nicht glatt.

In vielen Regionen Deutschlands ereigneten sich seit Sonntagabend aber Unfälle, teilweise fiel auch die Schule aus. Besonders der Süden und Nordosten waren betroffen. Im Landkreis Heilbronn in Baden-Württemberg blieben in der Nacht rund 20 Fahrzeuge auf einer Autobahnüberleitung im Schnee stecken. Das Technische Hilfswerk war im Einsatz, um Fahrzeuge zu bergen. Wetterbedingte Unfälle wurden unter anderem auch aus Hessen, Niedersachsen, Thüringen und Bayern gemeldet, wie der Deutschlandfunk am Montagmorgen berichtet.

In Berlin konnte die Straßenbahn wegen vereister Oberleitungen nicht fahren, hier herrschte Ausnahmesituation. Viele Bahnen traf die Wetterlage während der Fahrt. Rund 40 Trams hätten es nicht mehr ins Depot geschafft und steckten nun auf dem Streckennetz fest, teilten die Berliner Verkehrsbetriebe laut rbb mit. Viele Fahrerinnen und Fahrer mussten ihre Schichten verlängern. Auch der U-Bahn-Verkehr musste zwischenzeitlich teilweise unterbrochen werden. (mit dpa)