Die drei Männer sollen einen 31-Jährigen mit Waffengewalt in Gevelsberg in ein Auto gezerrt haben. Später ließen sie ihr Opfer frei.
Opfer ist freiPolizei nimmt drei Tatverdächtige nach Entführung in Gevelsberg fest

Gevelsberg: Polizisten stehen vor einem Polizeiauto. Nach einer mutmaßlichen Entführung in Gevelsberg bei Hagen suchen die Beamten nach einem Auto.
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Im Fall der mutmaßlichen Entführung von Gevelsberg meldet die Polizei am Donnerstagabend einen Fahndungserfolg. Drei Tatverdächtige wurden festgenommen. Das Opfer ist ebenfalls wieder frei, wie es in einer Mitteilung der Polizei Dortmund von 20.30 Uhr heißt. Zuvor hatte es eine stundenlange Fahndung in ganz Nordrhein-Westfalen gegeben, auch Spezialkräfte waren im Einsatz.
Über Stunden war unklar gewesen, was sich genau am Nachmittag in Gevelsberg ereignet hatte, denn die Polizei hielt sich aus ermittlungstaktischen Gründen lange bedeckt. Die Beamten sprachen von einem „Vorfall, den wir als Entführung klassifizieren“. Es wurde nach einem Auto gefahndet, so viel war ebenfalls klar.
Nach und nach wurden dann Details des Falls bekannt. Am Abend erklärte die Polizei, dass ein 34-Jähriger um 14.16 Uhr einen Notruf bei der Leitstelle der Polizei des Ennepe-Ruhr-Kreises abgesetzt hatte. Er gab an, dass sein jüngerer Bruder von mehreren Personen unter Androhung einer Waffe in deren Auto gebracht und entführt worden sei.
31-Jähriger wird in Witten freigelassen
Hintergrund waren offenbar Streitigkeiten über ein früheres Geschäft. In deren Verlauf kam es zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen dem 34-Jährigen, seinem 31-jährigen Bruder und der Gegenseite. Die Tatverdächtigen zerrten den 31-Jährigen daraufhin in einen Opel Zafira und flüchteten in unbekannte Richtung. Daraufhin wurde eine Großfahndung nach dem Opel ausgelöst.
Das Entführungsopfer wurde schließlich gegen 17:30 Uhr freigelassen und von Polizisten in Witten unverletzt angetroffen.
Nach „intensiven Fahndungsmaßnahmen“ konnte ein ebenfalls 31-jähriger Tatverdächtiger kurze Zeit später in Herne festgenommen werden. Ein zweiter und dritter Tatverdächtiger (32 und 34 Jahre alt) wurden später in Datteln festgenommen. Alle Festnahmen erfolgten unter Beteiligung von Spezialeinheiten der Polizei.
Mit weiteren Informationen hält sich die Polizei noch zurück, die Ermittlungen dauern an.
Opfer wurde aus Garagenpark in Gevelsberg entführt
Die Tat ereignete sich in einer großen Garagenanlage in der Oststraße in Gevelsberg. Es gab zunächst Gerüchte über Schüsse, die bei der Entführung gefallen sein sollen. Dies dementierte die Polizei dem WDR gegenüber allerdings. Die Polizei riegelte die Anlage, in dem sich mehr als 200 neu gebaute Garagen befinden, ab und sicherte dort auch Spuren. Die „Bild“ berichtete, die Täter seien mit Messer und Pistole bewaffnet gewesen. Für die Bevölkerung bestand aber wohl keine akute Gefahr.
In dem Garagenhof soll demnach ein über das Internet vereinbartes Treffen wegen eines Felgenkaufs geplant worden sein. Als das spätere Opfer mit seinem Bruder eintraf, soll es zum Streit über angeblich ausstehende Zahlungen aus einem früheren Geschäft gekommen sein. Es sei dann zu Handgreiflichkeiten gekommen, dann soll der 31-Jährige mit einem Messer verletzt worden sein und schließlich wurde er in den Opel gezerrt.
Die Kripo Dortmund hatte den Fall übernommen, obwohl sich die Tat im Ennepe-Ruhr-Kreis ereignete. Die Großfahndung nach dem Auto der Täter lief in ganz Nordrhein-Westfalen. (cme, mit dpa)
