Abo

GratwanderungKommentar zum neuen Test für Schwangere

2 min
Neuer Inhalt

Eine Schwangerschaft ist ein neuer Lebensabschnitt. Er ist verbunden mit Freude und Glück, aber auch mit Ängsten. Wird mein Kind gesund, und falls nicht, wäre ich bereit, das Kind auch mit einer schweren Krankheit auf die Welt zu bringen? Werdende Mütter wollen Sicherheit. Nicht-operative Pränataltests können diese Sicherheit geben. Sie können die Unsicherheit aber auch vergrößern.

Mit einer Untersuchung des Blutes der Mutter, in dem sich während einer Schwangerschaft auch die DNA des ungeborenen Kindes befindet, können manche genetischen Erkrankungen vorhergesagt werden.

Im Fall des Down-Syndroms hat der Gemeinsame Bundesausschuss einen Pränataltest vor einigen Wochen zur Kassenleistung gemacht. Allerdings nur bei Risikoschwangerschaften.

Krankenkasse sollte Pränataltests übernehmen

Der „Unity“-Test, den das Heidelberger Start-up Eluthia nun auf den Markt bringt, gibt bereits vor der Geburt Auskunft über sogenannte Einzelgenerkrankungen. Das sind genetische Störungen, die durch ein einzelnes defektes Gen verursacht werden – wie beispielsweise bei der Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose.

Einen Test auf Mukoviszidose gibt es zwar bereits, allerdings wird dieser erst nach der Geburt des Kindes im Rahmen des Neugeborenen-Screenings durchgeführt. Die Kosten dafür übernimmt die Krankenkasse.

Gleiches sollte auch für Pränataltests gelten. Mit der Einschränkung, dass es eine umfassende Beratung der Mütter im Vorfeld geben muss. Denn Schwangere müssen wissen, welch wichtige Entscheidung mit einem solchen Test auf sie zukommt. Denn die simple Blutuntersuchung kann plötzlich zu einer höchst ethischen Entscheidung führen, die Leben, aber auch Tod bedeuten kann.

Ihre Meinung: dialog@kr-redaktion.de