Alkoholisierte Halterin ohne KontrolleAggressiver Pitbull greift Kind und fünf Erwachsene an – Polizei erschießt Tier

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Ein Pitbullterrier an einer Leine. (Symbolbild) In Oldenburg hat ein Hund dieser Rasse mehrere Menschen gebissen.

Ein Pitbullterrier an einer Leine. (Symbolbild) In Oldenburg hat ein Hund dieser Rasse mehrere Menschen gebissen.

Ein Pitbull hat in Oldenburg zunächst ein zweijähriges Kind und anschließend fünf weitere Menschen verletzt. Gegen die Halterin wird ermittelt.

Hundeangriff in Niedersachsen: Ein Pitbull hat am Mittwochabend im niedersächsischen Oldenburg sechs Menschen durch Bisse verletzt, bevor er von Polizisten erschossen wurde. Nach Polizeiangaben lief das Tier aus einer Wohnung auf einen Parkplatz und attackierte zunächst ein zweijähriges Kind auf dem Arm seiner 54-jährigen Großmutter.

Pitbull greift in Oldenburg Kind und Großmutter an

Das Kind wurde in den Arm gebissen, die Großmutter im Gesicht verletzt. Im weiteren Verlauf biss der aggressive Kampfhund die 31-jährige Mutter des Kinds in den Arm, als sie schützend eingreifen wollte. Auch die 63-jährige Hundehalterin sowie zwei Bekannte der Frau, die das Tier wieder einfangen und beruhigen wollten, wurden von diesem in Arme beziehungsweise Beine gebissen.

Am Ort des Geschehens eintreffende Polizisten griffen zur Waffe und erschossen nach Angaben der Beamtinnen und Beamten den Hund, um die „akute Gefahrensituation“ zu beenden. Mehrere Rettungswagen brachten die Verletzten in umliegende Krankenhäuser. Gegen die Besitzerin wird nun ermittelt. Die Hundehalterin war den Angaben der Polizei nach alkoholisiert.

Hundeführerschein in Niedersachsen Pflicht

Seit Juli 2013 gilt in Niedersachsen die Hundeführerschein-Pflicht. Hundehalterinnen und -halter müssen ähnlich wie in NRW eine theoretische Sachkundeprüfung nach dem Landeshundegesetz bestehen, anschließend noch eine praktische, um eine Art „Hundeführerschein“ zu erwerben.

Dabei geht es unter anderem um Grundkenntnisse zum Verhalten des Hundes. Die Themenbereiche für den Sachkundenachweis umfassen: Ausbildung, Angst und Aggression, Erziehung, Fortpflanzung, Gesundheit, Haltung, Kommunikation, Pflege, Rasse, Zucht sowie einschlägiges Recht.

Nach Angriff von Pitbull auf mehrere Menschen in Oldenburg sind noch einige Fragen offen

Konkret soll die Besitzerin oder der Besitzer den Hund einschätzen können – auch, um Belästigungen anderer durch das Tier zu vermeiden. Viele Hundeangriffe könnten nach Meinung von Experten durch das richtige Verhalten der Halterinnen und Halter verhindert werden. 

Eine Liste bestimmter Hunderassen, die als gefährlich gelten, gibt es laut dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Niedersachsen nicht mehr. Ob die Halterin die Prüfungen ordnungsgemäß abgelegt und bestanden hat, ist nicht bekannt. Auch die Frage, ob der Pitbull bereits von Behördenseite als gefährlich eingestuft wurde, ist ungeklärt. (pst mit afp)

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