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Handschellen im NestLaubenvögel in Australien nutzen Müll für die Balz

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Balzverhalten von australischen Laubenvögeln

Stadtvögel gehen in Australien jetzt mit menschlichen Abfällen auf Brautschau.

Statt mit Zweigen werben Laubenvögel in Städten mit Müll um Partnerinnen – von Glas bis hin zu Handschellen.

Um Partnerinnen anzuziehen, nutzen Laubenvogel-Männchen in australischen Städten vermehrt entsorgte Objekte zur Ausschmückung ihrer Balzplätze. Anstelle von früher üblichen Naturmaterialien wie Blättern, Samen oder Früchten verwenden die Tiere ein breites Spektrum an menschlichem Abfall und Alltagsgegenständen, darunter Drähte, Glasscherben, Dosen und sogar Handschellen. Dies geht aus einer Studie der University of Exeter hervor.

Die wissenschaftlich als Ptilonorhynchidae klassifizierten Laubenvögel sind eine Art von Singvögeln, die ausschließlich in Australien und auf Neuguinea vorkommt. Berühmt sind sie für ihr spezielles Balzritual, bei dem die männlichen Tiere am Boden kunstvolle Gebilde aus Zweigen errichten. Diese Bauten werden im Anschluss aufwendig verziert, um weibliche Artgenossen anzuziehen.

Im Rahmen einer im Fachjournal «Royal Society Open Science» publizierten Untersuchung wurden die Sammlungen von Dutzenden Laubenvögeln in der Stadt Townsville (Queensland) mit jenen von Artgenossen im ländlichen Raum verglichen. Das Resultat dieser Forschung: Die städtischen Vögel nutzten erheblich mehr und farblich intensivere Objekte, die zumeist menschlicher Herkunft waren. 

Von Handschellen bis zu Mundschutzen

Als besonders populär zeigten sich grüne Glassplitter sowie rote Drähte. Die Forschenden stießen aber ebenso auf kuriose Objekte wie Handschellen, Arzneifläschchen bei einem Hospital oder fluoreszierende Mundschutze im Umkreis eines Sportstadions. Ein außergewöhnlich sammelfreudiges Männchen trug über 300 Gegenstände zusammen. Ländliche Konkurrenten gaben sich im Schnitt mit etwa 20 Dekorationsobjekten zufrieden, während es bei den Stadtvögeln circa 90 waren.

Die Paarungsanbahnung folgt einem durchdachten Zeremoniell: Sobald eine Partnerin die Konstruktion betritt, rückt das Männchen ihr einzelne Objekte ins Sichtfeld und stellt parallel dazu sein Gefieder zur Schau. Laubenvögel besitzen eine erheblich ausgeprägtere Farbwahrnehmung als Menschen.

Künstliche Objekte bei allen Vögeln beliebt

Ein zusätzlicher Versuch bestätigte die Neigung der Tiere zu farbintensiven menschlichen Objekten. Sowohl Vögel aus der Stadt als auch vom Land gaben künstlichen Funden den Vorzug vor natürlichen Materialien wie Blättern, Samen oder Früchten. Es sei bisher ungewiss, ob die Präferenz für von Menschen geschaffene Gegenstände auf lange Sicht positive oder negative Auswirkungen auf die Tiere haben wird.

Ebenso ist noch nicht geklärt, ob die auffälligeren Verzierungen die Erfolgsaussichten bei der Wahl eines Partners tatsächlich verbessern. «Unsere Studie untersuchte nicht, ob Weibchen die auffälligeren Gegenstände bevorzugen, die in städtischen Gebieten gesammelt werden», sagte die an der Studie beteiligte Wissenschaftlerin Caitlin Evans. «Aber die Begeisterung der Männchen für das Sammeln dieser Gegenstände lässt dies vermuten.» (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.