Paris – Mit einem tränenreichen Hilferuf hat eine französische Studentin für Aufsehen auf der populären Video-App Tiktok gesorgt. 8,2 Millionen Aufrufe gab es bereits für das Video von Maëlle, die einen französisch-deutschen Studiengang in Nancy und Berlin absolviert und nach eigenen Angaben nur 100 Euro monatliche Studienförderung aus Frankreich erhält.
Obwohl sie nebenbei arbeite, komme sie nicht mehr über die Runden, nachdem die Behörden ihr mehrfach die Unterstützung gekürzt hätten, klagte die von der französischen Übersee-Insel Mayotte stammende Studentin. Ein User organisierte prompt eine Sammlung für Maëlle, die über 14.000 Euro zusammenbrachte, berichtete die Zeitung „Le Figaro“.
Mehr als 22.000 Reaktionen auf den Hilferuf
„Ich kann das noch gar nicht glauben, das wird mein Leben ungemein vereinfachen“, sagte die 20-Jährige der Zeitung. Da sie nicht die gesamte Summe benötige, werde sie den Rest an eine Organisation spenden, die Studierenden in ihrer Lage hilft.
Mehr als 22.000 Reaktionen gab es auf Tiktok auf den Hilferuf – neben Ratschlägen und Aufmunterungen auch Protest. „Es wäre höchste Zeit, dass die Regierung die soziale Notlage unserer Jugend erkennt, die seit der Pandemie psychisch und finanziell leidet“, schrieb ein Nutzer mit dem Namen Ramous. „Trete einen Skandal los, lass nicht locker“, riet Sao. Sie müsse an Präsident Emmanuel Macron schreiben.
Energiekrise und Inflation treffen Studierende hart
Auch in Deutschland sieht die Lage für viele Studierende ähnlich aus. Es braucht Nebenjobs damit Miete und Unterhalt bezahlt werden können. Energiekrise und Inflation haben die Lage noch verschärft.
Oft haben Studierende sogar zwei Nebenjobs und am Monatsende wird es dennoch knapp auf dem Konto. Die dringlichste Sorge ist und bleibt allerdings die Wohnungssuche – vor allem in Großstädten. Wenn nichts Bezahlbares gefunden wird, bleibe oft nur die Rückkehr zu den Eltern, das Sofa von Freunden oder ein Hangeln von Zwischenmiete zu Zwischenmiete. (jru, mit dpa)
