Europa ist fest im Griff der Hitze: In Frankreich wird ein AKW abgeschaltet, während in mehreren Ländern Menschen bei Badeunfällen sterben.
Extreme Hitze in EuropaTemperaturen steigen auf bis zu 46 Grad – Erste Todesopfer gemeldet

Bei den aktuellen Temperaturen hilft nur eine Abkühlung. (Archivbild)
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Eine intensive Hitzekuppel beeinflusst West- und Mitteleuropa und führt zu extremen Wetterlagen. Laut der „Daily Mail“ befördert ein kräftiges afrikanisches Hochdruckgebiet heiße Luft aus der Sahara über den Kontinent, wodurch die Temperaturen vor allem in Spanien und Portugal auf bis zu 46 Grad klettern.
Die Folgen für Menschen und Infrastruktur sind bereits jetzt gravierend: Während auf der iberischen Halbinsel strenge Verbote wegen extremer Waldbrandgefahr gelten, droht in Großbritannien nach schweren Gewittern eine historische Hitzewelle, die das Schienennetz lahmzulegen droht.
Tödliche Badeunfälle am Wochenende in Deutschland
Auch Deutschland ist von der tödlichen Hitzewelle betroffen. Am letzten Wochenende starben fünf Menschen bei Badeunfällen, darunter zwei junge Männer in Bayern und eine Seniorin an der Ostsee. Weitere Todesfälle wurden aus Nordrhein-Westfalen sowie Brandenburg gemeldet. In Italien ist die Lage ebenfalls kritisch; 15 Städte riefen die höchste Warnstufe aus, und in Rom fallen Elektrobusse aus, weil die Klimaanlagen ununterbrochen laufen und die Akkus entladen.
Die hohen Temperaturen stellen eine ernste Bedrohung für die Stabilität der Stromversorgung dar. In Frankreich musste ein Reaktor des Atomkraftwerks Golfech bei Toulouse vollständig heruntergefahren werden. Die Anlage ist für ihre Kühlung auf Wasser aus dem Fluss Garonne angewiesen.
Versorgungssicherheit gefährdet: Rote Hitzewarnung in Frankreich
Der Fluss hat sich allerdings auf über 28 Grad erwärmt, weshalb eine sichere Kühlung nicht mehr garantiert ist. Als Reaktion darauf haben die französischen Behörden für die Hälfte des Landes die höchste Warnstufe Rot verhängt. Zusätzlich warnen Eisenbahngesellschaften vor Schäden am Schienennetz, das Temperaturen über 50 Grad nur schwer standhält, was das öffentliche Leben verlangsamt.
Die Suche nach Erfrischung hatte für viele Menschen tödliche Folgen. Allein in Frankreich ertranken seit dem 18. Juni 40 Personen, was Premierminister Sébastien Lecornu zur Einberufung einer Krisensitzung veranlasste. Die meisten Opfer waren Jugendliche, die in unbewachten Gewässern schwammen.
Großbritannien: Nach Gewittern drohen Hitzerekorde
Unter den Toten ist auch ein 13-jähriges Mädchen. Ein besonders tragischer Fall wurde aus Carpentras gemeldet, wo eine Mutter ihre zwei und vier Jahre alten Kinder leblos in einem überhitzten Fahrzeug vorfand.
Während Westeuropa unter der Hitze litt, wurde London von schweren Gewittern heimgesucht. Ungefähr 3000 Blitzeinschläge innerhalb von zwei Stunden verursachten Sturzfluten und Stromausfälle. Wetterexperten gehen jedoch davon aus, dass dies nur ein Vorspiel für eine noch intensivere Hitzewelle ist. Für die kommenden Tage werden in Großbritannien Temperaturen von bis zu 40 Grad im Schatten erwartet, was die bisherigen Juni-Rekorde weit übertreffen würde.
Laut Einschätzung von Forschenden ist die außergewöhnliche Intensität der aktuellen Hitzewelle, die den Kontinent zunehmend beeinträchtigt, eine Konsequenz des von Menschen verursachten Klimawandels. (jag)