In Mailand haben zwei Unbekannte eine 21-jährige Deutsche vergewaltigt. Von den Tätern fehlt jede Spur.
„Sie haben mich von hinten angegriffen“21-jährige deutsche Studentin in Mailand vergewaltigt

Die Universität Mailand „La Statale“ ist eine der renommiertesten staatlichen Universitäten Italiens. (Archivbild) Eine deutsche Erasmus-Studentin berichtet den Carabinieri, von zwei Männern vergewaltigt worden zu sein.
Copyright: IMAGO/TheNews2
Im Mailänder Ausgehviertel „NoLo“, nördlich von Loreto, ist am frühen Donnerstagmorgen eine Streife der Carabinieri unterwegs, als eine völlig aufgelöste junge Frau auf das Fahrzeug zuläuft. Die 21-Jährige stammt aus Deutschland. Was sie den Beamten schildert, gleicht einem Albtraum.
Die Studentin war im Rahmen des europäischen Austauschprogramms Erasmus für einen Studienaufenthalt gekommen. Gegenüber den Carabinieri gab sie an, am Mittwochabend ausgegangen zu sein. Einige Stunden vor Sonnenaufgang sei sie dann durch die Via Crespi gelaufen. Dort hätten zwei Männer sie eingeholt, die sie nie zuvor gesehen habe. „Sie haben mich von hinten angegriffen“, zitiert die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ die junge Frau.
Nach ihren Angaben hielten die beiden sie anschließend fest und hinderten sie daran, zu schreien oder zu fliehen. Danach hätten die Männer die Frau mit Gewalt an einen abgelegenen Ort gebracht und sie dort missbraucht. Mit allen Mitteln habe sie versucht, sich loszureißen – ohne Erfolg. Freigekommen sei sie erst, als die Unbekannten wegrannten. Noch bevor sie die Streife anhalten konnte, seien die Täter verschwunden gewesen.
Studentin verbringt gesamten Vormittag in Mailänder Klinik
Laut dem Bericht stand die junge Frau noch unter Schock, als sie die Polizei stoppte. Die Carabinieri brachten sie zur medizinischen Untersuchung ins Anti-Gewalt-Zentrum der Mangiagalli-Klinik, wo sie den kompletten Donnerstagvormittag verbrachte. Betreut wurde sie dort von einer Psychologin.
Die Staatsanwaltschaft wurde in Kenntnis gesetzt. Die Carabinieri der Wache Garibaldi überprüfen nun die Darstellung der Studentin und fahnden nach den Tätern. Weil die 21-Jährige in den ersten Momenten, in denen ihr geholfen wurde, stark aufgewühlt war, könnte sie in den kommenden Tagen ein weiteres Mal vernommen werden.
Überwachungskameras liefern bislang keine verwertbaren Aufnahmen
Die Ermittler stellen technische Spuren sicher und analysieren die Daten der Mobilfunkzellen. Ihre Hoffnung richtet sich vor allem auf Videos öffentlicher und privater Überwachungskameras in der Umgebung. Eine erste Auswertung deutet allerdings darauf hin, dass keine Bilder vorliegen, die die Ermittlungen voranbringen. Die Identität der beiden Männer ist weiterhin unklar. (red)