Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder steht in der ersten Verhandlung 2026 der erbitterte Sorgerechtsstreit der Eltern im Mittelpunkt.
Block-ProzessJugendamt äußert sich zu Gewaltvorwürfen gegen entführte Kinder

Christina Block und ihr Anwalt Ingo Bott auf dem Weg in den Gerichtssaal.
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Nach der Weihnachtspause geht der Prozess in die nächste Runde: Im Verfahren um die Entführung der Block-Kinder hat eine frühere Mitarbeiterin des Hamburger Jugendamtes erklärt, vor dem Sommer 2021 nie von Gewaltvorwürfen gegen die Mutter gehört zu haben.
„Mir gegenüber sind keine Vorwürfe vorher erhoben worden“, sagte die Zeugin vor dem Landgericht. Damals waren die Kinder nach einem Wochenendbesuch bei ihrem Vater in Dänemark nicht wie vereinbart nach Hamburg zurückgekehrt.
„Von einem auf den anderen Tag sind Tatsachen geschaffen worden“, sagte die 43-Jährige, die den Fall von einer Kollegin übernommen hatte und beim Jugendamt von Frühjahr 2021 an zwei Jahre lang für den Fall zuständig war. Der Vater begründete das Vorgehen mit Gewaltvorwürfen, die die Kinder gegen ihre Mutter erhoben hätten.
Christina Block bestreitet diese Anschuldigungen. Die Eltern führten jahrelang einen erbitterten Sorgerechtsstreit. Es gab nach dem Sommer 2021 so gut wie keinen Kontakt zur Mutter, hatte die Angeklagte im Prozess berichtet.
Prozess gegen Christina Block zieht sich hin
Die Millionen-Erbin Christina Block ist angeklagt, während eines erbitterten Sorgerechtsstreits den Auftrag erteilt zu haben, zwei ihrer vier Kinder in der Silvesternacht 2023/24 aus der Obhut ihres in Dänemark lebenden Ex-Manns zu entführen. Nach einer Gerichtsentscheidung mussten sie wenige Tage später zurück zum Vater nach Dänemark.
Der Angeklagten Block, die mit einem emotionalen Brief für Aufsehen sorgte, wird im Prozess vorgeworfen, den Auftrag zu der Entführung ihrer beiden damals 10 und 13 Jahre alten Kinder gegeben zu haben. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette „Block House“, Eugen Block, weist alle Anschuldigungen entschieden zurück.
Das Verfahren, in das auch der ehemalige ARD-Moderator Gerhard Delling verwickelt ist, läuft bereits länger als erwartet und wurde bereits zweimal verlängert. Für den Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat das Landgericht Hamburg inzwischen 19 neue Verhandlungstermine bis Ende Juni 2026 anberaumt. (mbr/dpa)
