Abo

„Es ist unbegreiflich“Kanye West spielt Konzerte nahe der NRW-Grenze trotz Protesten

2 min
Kanye West

Nach Auftrittsverboten in anderen Ländern genehmigen die Niederlande Konzerte von Kanye West. (Archivbild)

Trotz heftiger Proteste wegen antisemitischer Äußerungen darf Rapper Kanye West in den Niederlanden auftreten.

Der US-Rapper Kanye West, der mittlerweile unter dem Namen Ye auftritt, darf in den Niederlanden Anfang Juni Konzerte geben. Diese Genehmigung erfolgt trotz heftiger Proteste wegen seiner antisemitischen Äußerungen. Bart van den Brink, der für die Bereiche Asyl und Migration verantwortliche Minister, teilte in Den Haag mit, es gebe keine rechtliche Basis, um dem Künstler die Einreise zu verwehren. Zuvor hatten sich das niederländische Parlament mit deutlicher Mehrheit für ein Einreiseverbot und jüdische Verbände für ein Auftrittsverbot starkgemacht.

Die judenfeindlichen Kommentare von West wurden vom Minister zwar missbilligt, er hob jedoch hervor, dass vergangene Bemerkungen juristisch nicht für ein aktuelles Einreiseverbot ausreichten. In der Vergangenheit waren Konzerte des Musikers in anderen Staaten bereits verboten oder storniert worden.

Von der Stadt Arnheim, die an Nordrhein-Westfalen angrenzt, wurde die Bewilligung für die Auftritte des 48 Jahre alten Künstlers am 6. und 8. Juni ausgestellt. Nach Angaben des Bürgermeisters ist ein Widerruf der Genehmigung durch die Stadt nur bei einer spezifischen Bedrohung der öffentlichen Sicherheit möglich.

Kritik von jüdischen Organisationen

Bei jüdischen Verbänden sorgte die Maßnahme für Empörung. Naomi Mestrum, Leiterin des Informations- und Dokumentationszentrums über Israel (CIDI), sagte dazu: „Es ist unbegreiflich, dass die Niederlande nicht in der Lage sind, eine moralische Grenze zu ziehen, wem man eine Bühne bietet und wem nicht“.

Zuvor hatten andere Staaten in Europa anders gehandelt. Dem Künstler wurde die Einreise nach Großbritannien verwehrt. Ein geplanter Auftritt in Polen wurde von den Organisatoren storniert. In Frankreich sagte West ein Konzert wegen eines bevorstehenden Verbots von sich aus ab.

In der Vergangenheit hatte der Musiker wiederholt für Aufsehen gesorgt, beispielsweise mit judenfeindlichen Kommentaren, einem Lied namens „Heil Hitler“ und dem Vertrieb von T-Shirts mit Hakenkreuz-Aufdruck. Infolge erheblicher Proteste entschuldigte er sich für einen Teil seiner Aussagen und begründete sein Verhalten mit einer psychischen Erkrankung. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.