Paris – Der Großbrand in einem als besonders gefährlich geltenden Chemiewerk in der nordfranzösischen Stadt Rouen ist gelöscht. Das teilte die Präfektur der Normandie der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit. Das Feuer war in der Nacht zu Donnerstag ausgebrochen.
Nach Behördenangaben sollen keine gesundheitsgefährdenden Stoffe ausgetreten sein. Die genommenen Proben geben keinen Grund zur Beunruhigung, wie Präfekt Pierre-André Durand am Freitagmorgen bei einer Pressekonferenz sagte. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Die Feuerwehr war mit rund 200 Löschfahrzeugen im Einsatz.
Schulen und Kindergärten wurden geschlossen
Anwohner waren aufgerufen, ihre Häuser nicht zu verlassen. Gebäude im Umkreis von 500 Metern wurden evakuiert, Schulen und Kindergärten blieben am Donnerstag geschlossen.
Fabrik gehört zum Unternehmen Lubrizol von US-Milliardär Warren Buffett
In dem Chemiewerk am Ufer der Seine werden Zusatzstoffe für Schmierstoffe hergestellt. Die Fabrik gehört zum Unternehmen Lubrizol von US-Milliardär Warren Buffett und unterliegt der sogenannten Seveso-Richtlinie der EU, die besonders strenge Sicherheitsauflagen vorschreibt. In dem Werk arbeiten rund 400 Menschen.
Die Chemiefabrik sorgte bereits in der Vergangenheit für Schlagzeilen - etwa, als 2013 durch ein Leck das Gas Methanthiol entwich und die Umgebung weitreichend nach faulen Eiern roch. Im Jahr 2015 flossen nach einem Betriebsunfall rund 2000 Liter Mineralöl ins Abwassersystem der Stadt. (dpa/afp)
