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Kitas in NRWMehrheit der Kinder besucht laut Studie Kita mit zu wenig Personal

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Kinder in einer Kita. Nach wie vor gibt es in NRW zu wenig Betreuungspersonal. (Symbolbild)

Gütersloh – Trotz starken Kitaplatz-Ausbaus ist die Personalausstattung in der Mehrheit der nordrhein-westfälischen Kindertageseinrichtungen einer Studie zufolge weiterhin nicht ausreichend. So besuchten mehr als drei von vier Kindern (77 Prozent) laut am Dienstag vorgelegten Daten der Bertelsmann-Stiftung 2020 eine Kita-Gruppe mit einer Personalausstattung, die nicht kindgerecht sei.

Personaldefizite in Kitas in NRW in allen Altersgruppen

Defizite gibt es demnach in allen Gruppenformen: So kümmert sich etwa in altersgemischten Gruppen mit zweijährigen und älteren Kindern eine Erzieherin rechnerisch um 7,5 Kinder. Die Experten empfehlen einen Schlüssel von 1:4,9. Bei den Gruppen für unter Dreijährige kommt eine Fachkraft im Schnitt auf 3,7 Kinder.

Bei den Jüngsten liegt die Empfehlung jedoch bei 3 Kindern pro Erzieherin. Sowohl in Krippen als auch in Kindergartengruppen ist die Personalausstattung damit ungünstiger als das Westniveau, aber deutlich besser als in den ostdeutschen Ländern.

Probleme trotz Ausbaus der Kita-Landschaft

Tatsächlich ist die Kita-Landschaft in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Jahren enorm gewachsen – vor allem für jüngere Kinder. So hat sich die Zahl der unter Dreijährigen mit einem Kita- oder Kindertagespflegeplatz zwischen 2011 und 2020 auf knapp 152 000 mehr als verdoppelt.

Allerdings liegt der Anteil der betreuten unter Dreijährigen mit 29 Prozent noch deutlich unter dem Wert der ostdeutschen Bundesländer. Hier hat mehr als jedes zweite Kind jünger als drei einen Betreuungsplatz.

Die Fachleute, die auch den voraussichtlichen Personalbedarf für die kommenden Jahre unter die Lupe genommen haben, gehen davon aus, dass in Nordrhein-Westfalen das bestehende Betreuungsangebot noch nicht bedarfsdeckend ist.

Ausbildungskapazitäten müssen erhöht werden

Soll die Zahl der betreuten Kinder in diesem Jahrzehnt auf Ost-Niveau steigen, fehle es jedoch an Personal: So prognostizieren sie bis 2030 eine Lücke von 10 000 Fachkräften allein für den Ausbau der Plätze. Sollen die Personalschlüssel den wissenschaftlichen Empfehlungen gerecht werden, wachse der Bedarf auf mindestens 62 000 Erzieherinnen und Erzieher.

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Es brauche daher zusätzliche Anstrengungen, um durch mehr Berufsschullehrer auch die Ausbildungskapazitäten zu erhöhen. Außerdem müsse der Beruf für Quereinsteiger oder Auszubildende attraktiver werden. (dpa)