Der globale Temperaturanstieg wird zumindest vorübergehend die 1,5-Grad-Grenze überschreiten. Davon gehen die Vereinten Nationen aus.
Kampf gegen KlimakatastropheUN sehen 1,5-Grad-Marke bald gerissen und geben neues Ziel vor

Waldbrand im US-Bundesstaat Kalifornien.
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Das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, lässt sich aus Sicht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) nicht mehr halten. Die Welt befinde sich auf dem Weg zu einer Erderwärmung von 2,6 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der UN‑Organisation. Das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens sei nur dann noch erreichbar, wenn die globale Durchschnittstemperatur nach einem zwischenzeitlichen Überschreiten dieses Limits wieder abgesenkt werden könne.
Es müsse darum gehen, die Überschreitung so gering und die Rückkehr unter die 1,5-Grad-Marke so schnell wie möglich zu gestalten, erklärte UN-Generalsekretär António Guterres. Der Bericht erwartet selbst bei einem optimistischen Szenario – bei Umsetzung aller nationalen Klimapläne und bei Erreichen zusätzlicher Netto-Null-Ziele – einen Temperaturanstieg von 1,8 Grad.
Immer neue Höchstwerte
Um den fortschreitenden Klimawandel zu beschränken, müssten die Treibhausgasemissionen so schnell und so nachhaltig wie möglich verringert werden, fordert auch die UNEP. In der Realität stiegen die CO₂‑Emissionen aber weiterhin und hätten nach der Corona-Pandemie Jahr für Jahr immer neue Höchstwerte erreicht.
„Aktuell deutet vieles darauf hin, dass die 1,5-Grad-Grenze bereits in den kommenden Jahren dauerhaft überschritten wird“, heißt es in der Studie. „Um bis zum Ende des Jahrhunderts die Temperatur wieder unter dieses Niveau zu senken, wird es notwendig sein, CO₂ wieder aus der Atmosphäre zu entfernen und zu speichern.“ Dies könnte etwa durch Wiederherstellung von Ökosystemen, Aufforstung, Bindung von Kohlenstoff in Böden oder technische Verfahren umgesetzt werden.
Schwer umkehrbare Folgen für das Klima
Aktuelle Prognosen sehen allerdings nach Erkenntnissen der UN-Organisation eine zunehmend wachsende Lücke zwischen notwendiger und tatsächlich realisierter CO₂‑Entnahme. Zugleich weist die UNEP darauf hin, dass auch ein nur temporäres Überschreiten der 1,5-Grad-Grenze zu nicht oder nur schwer umkehrbaren Folgen im Klimasystem der Erde führen könnte – mit kaum absehbaren Konsequenzen für Ökosysteme und menschliche Gesellschaften.
Beim Pariser Klimaabkommen verständigte sich die Weltgemeinschaft 2015 darauf, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter 2 Grad Celsius, möglichst aber auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, zu begrenzen. (kna)
