Ein deutscher Segler (40) liegt tot auf seinem Boot bei den Azoren. Neben ihm: Kokain. Die Ermittler stehen vor vielen offenen Fragen.
Kokain auf YachtTod von deutschem Segler vor den Azoren wirft Fragen auf

Eine Segelyacht lehnt sich bei klarem Himmel auf offener See in den Wind. (Symbolbild)
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Derzeit untersuchen die Behörden den rätselhaften Tod eines deutschen Seglers auf dem Atlantik. Unweit der Azoren wurde der 40 Jahre alte Marius S. ohne Lebenszeichen auf seiner Yacht entdeckt. Wie die „Bild“-Zeitung zuerst meldete, befand sich an Bord des Schiffes neben dem Verstorbenen auch eine erhebliche Menge an Betäubungsmitteln.
Am 12. Juni 2026 informierte die Ehefrau des Mannes die portugiesische Küstenwache, wodurch die Ereignisse in Gang gesetzt wurden. Ein Mitsegler aus den USA hatte ihr zuvor mitgeteilt, dass sich an Bord ein Vorfall ereignet habe. Das Boot trieb zu diesem Zeitpunkt aufgrund eines Motorschadens vor der Insel Flores auf dem Ozean.
Ermittlungen nach Drogenfund und Festnahme
Als die Einsatzkräfte das Boot erreichten, entdeckten sie den leblosen Körper von Marius S. Sein Tod lag zu diesem Zeitpunkt schätzungsweise schon drei Tage zurück. Die Beamten sicherten außerdem 340 Gramm Kokain, das auf dem Schwarzmarkt einen Wert von bis zu 25.000 Euro haben soll, sowie einige Spritzen. Sein amerikanischer Begleiter wurde in Gewahrsam genommen.
Die Kriminalpolizei auf den Azoren hat die Ermittlungen aufgenommen. Mittels einer Obduktion soll die genaue Todesursache des Deutschen festgestellt werden. Für die Beamten sind noch viele Fragen offen. So ist beispielsweise unklar, ob es sich bei der Fahrt um eine Schmuggelaktion handelte oder ob der Skipper von den an Bord befindlichen Drogen nichts wusste. Auch die dreitägige Verzögerung bei der Benachrichtigung der Ehefrau durch den Begleiter ist Gegenstand der Untersuchung.
Segler war zuvor durch dramatische Entdeckung bekannt
Dem Vorfall liegt eine besondere Vorgeschichte zugrunde. Marius S. war bereits im Vorjahr in den Medien präsent. Damals fand er gemeinsam mit Freunden ein Boot mit den Leichen verdursteter Geflüchteter auf dem Atlantik.
Nach diesem Erlebnis kaufte er ein anderes Segelboot und setzte seine Reise fort. Auf Social-Media-Plattformen teilte er seine Erfahrungen aus Kolumbien, Jamaika und von den Bahamas.
Marius S. war auch als passionierter Speerfischer bekannt, der auf La Palma Kurse in diesem Bereich anbot. In einem Abschiedspost auf Facebook charakterisierte seine Ehefrau ihn als gütigen Menschen und hervorragenden Vater des gemeinsamen Nachwuchses. Wie sich diese Beschreibung mit dem Fund der Drogen auf dem Atlantik in Einklang bringen lässt, muss nun die polizeiliche Untersuchung zeigen. (red)