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Licht aus in EuropaStudie: Weltweit nimmt die Lichtverschmutzung stark zu

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EZB in Frankfurt am Main

Die Bankenskyline von Frankfurt ragt hinter der Europäischen Zentralbank (EZB) empor.

Eine aktuelle Forschungsarbeit belegt, dass die Erde nachts zunehmend erhellt wird. Allerdings zeigt sich ein Kontrast zwischen dem helleren Asien und einem dunkler werdenden Europa.

Globale Lichtemissionen steigen: Nächtliche Helligkeit wächst rascher als die Erdbevölkerung. Die von Menschen geschaffene Illumination des Planeten hat sich in den letzten Jahren signifikant verstärkt, mit einer Wachstumsrate, die jene der globalen Population übertrifft. Laut einer Meldung der dpa erhöhten sich die Lichtemissionen laut einer Untersuchung zwischen Anfang 2014 und Ende 2022 global um 16 Prozent. Die Weltbevölkerung expandierte in diesem Zeitfenster lediglich um rund zehn Prozent. Dieser Trend verlief allerdings nicht homogen, wie ein internationales Wissenschaftlerkollektiv im Fachmagazin „Nature“ ausführt. In manchen Gebieten gab es einen Anstieg der Lichtemissionen um 34 Prozent, wohingegen sie in anderen Zonen um 18 Prozent sanken.

Die Arbeitsgruppe unter der Leitung von Zhe Zhu von der University of Connecticut in Storrs basiert ihre Ergebnisse auf der Auswertung von insgesamt 1,16 Millionen Satellitenbildern der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa. Die Verfasser der Studie halten fest: „Die beleuchtete Erde, nachts aus dem Weltraum betrachtet, ist ein eindrucksvolles Zeugnis menschlicher Präsenz“. Für ihre Untersuchung verwendeten die Forscher tägliche Daten aus dem Nasa-Archiv „Black Marble Night-Time Light“. Dieses korrigiert Einflüsse wie Wetterlagen oder das Licht des Mondes.

Starker Zuwachs der Helligkeit in Asien

Der Anstieg der nächtlichen Erhellung fiel während des neunjährigen Beobachtungszeitraums in Asien besonders ausgeprägt aus. Auf Länderebene zeigten China und Indien die stärksten Wandlungen, die sich jedoch nicht im ganzen Land gleichmäßig verteilten. Die Forschungsarbeit zitiert: „In China konzentriert sich die Aufhellung auf die östlichen und zentralen Regionen, bedingt durch Verstädterung und industrielle Aktivität“.

In Indien erlebten die ökonomisch prosperierenden südlichen Gebiete eine stetige Aufhellung über den gesamten Zeitraum. Im nördlichen Teil des Landes führte ein Projekt zur Stromversorgung ländlicher Räume insbesondere in den Anfangsjahren der Untersuchung zu einem Zuwachs.

Immer mehr künstliches Licht auf der Erde

Der Blick auf die Erde zeigt die menschlichen Aktivitäten anhand der Emissionen von künstlichem Licht

Rückläufige Lichtemissionen in Europa

Im Kontrast hierzu war die nächtliche Illumination vor allem in Europa abnehmend. Die Untersuchung begründet dies mit einem „umfassenden technologischen Wandel“ weg von veralteten, weniger sparsamen Beleuchtungsanlagen hin zu modernen LED-Lösungen. Auch Initiativen zur Reduzierung der Lichtverschmutzung und europaweite Richtlinien zur Energieeffizienz spielten eine Rolle.

Am stärksten fiel die Abnahme innerhalb des europäischen Kontinents in Frankreich aus, mit einem Minus von 33 Prozent. Dahinter rangieren Großbritannien (minus 22 Prozent) und die Niederlande (minus 21 Prozent). Für Deutschland wurde je nach Region teils eine Zunahme, teils aber auch eine Reduktion der nächtlichen Helligkeit festgestellt.

Nächtliches Licht als sozioökonomischer Maßstab

Eine Reduzierung der Lichtintensität infolge der Lockdowns im Zuge der Corona-Pandemie war ebenfalls in zahlreichen Staaten deutlich zu beobachten. Die Auswertung macht den Wissenschaftlern zufolge deutlich, dass die Gründe für Veränderungen bei der künstlichen Illumination sehr divers sein können. Hierzu gehören Siedlungserweiterungen, Naturereignisse, kriegerische Auseinandersetzungen oder die Umstellung auf LED-Technik.

Die Wissenschaftlergruppe spricht sich dafür aus, die Intensität des nächtlichen Lichts als Anzeichen für den sozioökonomischen Fortschritt einer Nation zu verwenden. Entsprechende Wandlungen können auf eine schnelle technologische Transformation, aber ebenso auf staatliche Interventionen oder ökonomische Unsicherheit hinweisen. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.