Ein nächtlicher Einbruch in ein Freibad in Bayern endet tödlich. Ein 20-Jähriger stirbt nach einem Sprung ins Becken.
Nächtlicher AusflugJunger Mann stirbt nach Sprung ins Freibad-Becken

Der 20-Jährige wurde vermutlich bei einem Sprung ins Becken schwer verletzt. (Symbolbild)
Copyright: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Ein 20-Jähriger ist nach einem schweren Unfall verstorben, der sich nach einem nächtlichen Einbruch in ein niederbayerisches Freibad ereignete. Nach Angaben eines Polizeisprechers überwand eine fünfköpfige Gruppe junger Männer im Alter zwischen 19 und 24 Jahren am Sonntagmorgen um etwa 4.00 Uhr die Umzäunung der Anlage in Hohenthann bei Landshut.
Fokus der Ermittlungen auf der Todesursache
Die Behörden erhielten eine Meldung über eine Gruppe von Personen auf dem Schwimmbadgelände. Laut Polizeiangaben zog sich der 20-Jährige die schweren Verletzungen wahrscheinlich bei einem Sprung ins Schwimmbecken zu. Nach einer Erstversorgung durch einen Notarzt wurde er in ein Krankenhaus transportiert, in dem er wenige Stunden darauf verstarb.
Die Polizei gab bekannt, dass von einem tragischen Unfallgeschehen ausgegangen wird. Ein Sprecher äußerte, dass Alkoholkonsum bei dem Vorfall „möglicherweise auch eine Rolle spielen“ könnte, machte hierzu jedoch keine weiteren Ausführungen.
Ermittlungen wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch wurden eingeleitet, wobei die Klärung der genauen Todesumstände Priorität hat. Wie die Gemeinde mitteilte, war das Bad nach dem Vorfall am Sonntag nicht für die Öffentlichkeit zugänglich und öffnete erst am Montag wieder. Die Bürgermeisterin von Hohenthann, Andrea Weiß, äußerte: „Alle, die den Verstorbenen gekannt haben, sind tief betroffen“. Sie merkte an, dass das Bad gelegentlich von nächtlichen Besuchern aufgesucht werde. „Aber es gab noch keine Vorfälle.“
Verband der Schwimmmeister warnt vor Risiken
Ralf Großmann, der Vorsitzende des Landesverbands der Schwimmmeister in Bayern, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass der Vorfall verdeutliche, „welche erheblichen Gefahren nächtliche Aufenthalte in geschlossenen Freibädern mit sich bringen». Eine Badeaufsicht sei nicht anwesend, weshalb in einer Notsituation niemand für eine umgehende Intervention zur Verfügung stehe. Großmann führte weiter aus: «Kommt es zu einem Sprungunfall, einer Bewusstlosigkeit oder einem anderen medizinischen Notfall, entscheiden oft wenige Minuten darüber, ob ein Mensch gerettet werden kann.“
Laut Großmann würden speziell in sehr warmen Nächten solche Risiken oft nicht ernst genug genommen. „Müdigkeit, Alkohol, Gruppendynamik oder Selbstüberschätzung können dazu führen, dass gefährliche Entscheidungen getroffen werden. “Großmann hob hervor, dass die nächtliche Schließung von Bädern selbst bei warmem Wetter «in erster Linie dem Schutz von Menschenleben» diene. Er schloss mit den Worten: „Mein Appell lautet deshalb: Ein nächtlicher Ausflug ins Freibad mag harmlos oder aufregend erscheinen. Im Ernstfall ist jedoch niemand vor Ort, der sofort helfen kann. Dieses Risiko sollte niemand eingehen.“ (dpa/red)