Neue Angriffe der USA und Israels belasten die Friedensgespräche, während der Iran die Freigabe von Milliarden fordert.
Eskalation im Nahen OstenNeue Angriffe überschatten die laufenden Verhandlungen

Israel hat seine Angriffe auf Ziele im Libanon wieder intensiviert.
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Während im Nahen Osten um eine Waffenruhe gerungen wird, eskalieren die USA und Israel ihre Angriffe. Teheran fordert im Gegenzug Milliarden.
Die Bemühungen um eine Lösung im Nahost-Krieg werden von frischen Militärschlägen im Iran sowie im Libanon belastet. Laut eigenen Mitteilungen hat die amerikanische Armee iranische Raketenbasen und Schiffe attackiert, deren Absicht es war, in der Straße von Hormus Seeminen zu platzieren. Ein Repräsentant des zuständigen US-Regionalkommandos führte aus, dass die jüngsten „Angriffe zur Selbstverteidigung“ der Sicherheit der eigenen Einheiten gegenüber Gefahren durch das Militär des Iran dienten. Im Gegenzug sprachen die iranischen Revolutionsgarden eine Warnung vor jeglicher Verletzung des Waffenstillstands durch die Vereinigten Staaten aus und bestanden auf ihrem Recht zu Vergeltungsmaßnahmen.
Gleichzeitig verstärkte Israel seine Attacken auf Ziele innerhalb des Libanon. Libanesische Quellen berichten in diesem Zusammenhang von zwölf Todesopfern. Nach Auskunft des israelischen Militärs wurden während der neuesten Offensive über 100 Stellungen der Hisbollah in der Bekaa-Ebene sowie an weiteren Standorten im südlichen Teil des Landes zum Ziel genommen. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu sieht sich innenpolitischem Druck ausgesetzt, die Operationen auszuweiten, selbst wenn dadurch eine Auseinandersetzung mit dem US-Präsidenten Donald Trump riskiert wird.
In Anbetracht dieser Entwicklungen nimmt im Libanon die Befürchtung einer Eskalation zu. Seit Montag sind über Beirut erneut die außergewöhnlich lauten Drohnen Israels zu vernehmen. Aus Furcht vor israelischen Attacken verließen viele Anwohner der südlichen Stadtteile der Kapitale nachts ihre Wohnungen.
Evakuierungsaufforderung sorgt für Panik
Die Streitkräfte Israels haben die Bevölkerung von Nabatija zur Räumung des Ortes aufgefordert, was panische Reaktionen auslöste. Mona Abu Zeid, die Direktorin einer örtlichen Klinik, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass das Rote Kreuz einige Kranke abtransportiere, die medizinische Einrichtung ihren Betrieb jedoch fortsetze. Berichten zufolge lehnten es manche der Behandelten ab, die Stadt zu räumen. „Wir müssen ihnen wenigstens medizinische Versorgung anbieten, auf die sie angewiesen sind.“ Ebenso bestätigte der Direktor des staatlichen Nabih-Berri-Hospitals, dass Kranke das Hospital infolge der Aufforderung durch die israelischen Streitkräfte verlassen hätten.
Experten äußern die Sorge, eine zusätzliche Verschärfung der Auseinandersetzungen zwischen der Hisbollah und Israel im Libanon könnte die derzeitigen Gespräche zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten zusätzlich belasten. Die Regierung in Teheran beharrt darauf, dass eine angestrebte Grundsatzvereinbarung nicht nur den Krieg mit Israel und den USA, sondern auch die Auseinandersetzung Israels mit der Hisbollah beinhalten muss.

Die Handelsschifffahrt wartet immer noch auf eine Öffnung der Straße von Hormus. (Archivbild)
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Teheran fordert Freigabe von eingefrorenen Geldern
Parallel zu den Gesprächen und den neuen militärischen Aktionen zwischen den USA und dem Iran verlangt Teheran die Auszahlung blockierter Finanzmittel. Sobald eine Grundsatzvereinbarung zwischen den Konfliktparteien wirksam wird, soll die erste Hälfte der Gesamtsumme von 24 Milliarden Dollar (etwa 21 Milliarden Euro) freigegeben werden. Dies meldete die Nachrichtenagentur Tasnim aus dem Iran und bezog sich dabei auf eine anonyme Quelle aus dem Verhandlungsteam des Landes.
Der verbleibende Betrag sei dann binnen einer Frist von 60 Tagen zu transferieren, welche für die Grundsatzvereinbarung von beiden Konfliktparteien festgelegt wurde, so Tasnim in der weiteren Meldung.
Iranische Gelder in Katar blockiert
Erst am vergangenen Montag reiste eine hochrangige Abordnung aus dem Iran unter der Leitung des Verhandlungsführers und Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf für Gespräche in den Golfstaat Katar. Laut Informationen von Tasnim war dabei auch die Umsetzung der genannten Forderung ein Thema. Iranische Erlöse aus dem mit Sanktionen belegten Ölhandel sind in Katar blockiert.

Aus Sicht von US-Außenminister Marco Rubio kann das Aushandeln eines Rahmenabkommens zur Lösung des Iran-Kriegs noch Tage dauern.
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Sowohl aus den Vereinigten Staaten als auch vom Iran kamen in der jüngeren Vergangenheit Äußerungen bezüglich eines potenziellen Abschlusses einer Grundsatzvereinbarung, um den Krieg zu beenden. Ein Thema darin soll ebenfalls die derzeit faktisch gesperrte Straße von Hormus sein.
Streitpunkt Urananreicherung
Das deklarierte Kriegsziel Israels und der USA besteht darin, den Iran an der Entwicklung von Nuklearwaffen zu hindern. Die Regierung der USA bewertet in diesem Kontext die iranische Urananreicherung als besonders bedenklich, da der Rohstoff für den Bau von Bomben genutzt werden kann. Der Iran besitzt mehr als 400 Kilogramm hochangereicherten Urans, welches sich mit verhältnismäßig geringem Aufwand zu waffenfähigem Material verarbeiten ließe. Die Führung in Teheran hat bisher stets betont, das Uran für zivile Nutzungen anzureichern und verfolge laut eigener Aussage keine atomaren Waffen.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi ist eine zentrale Figur bei den Verhandlungen zur Beilegung des Iran-Kriegs
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US-Außenminister zu Verhandlungen in Katar
Der amerikanische Außenminister Rubio kommentierte am Dienstag während seiner Reise nach Indien die Gespräche in Katar. Ob dabei Erfolge erzielt werden, müsse sich noch erweisen, erklärte er laut übereinstimmenden Berichten in den Medien. „Es gibt momentan viel hin und her über bestimmte Formulierungen im ursprünglichen Dokument, das wird also ein paar Tage dauern“, wurde er beispielsweise von der „New York Times“ zitiert. Präsident Trump werde „entweder einen guten Deal, oder keinen Deal machen.“ (dpa/red)
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