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Mutmaßliche GruppenvergewaltigungNeue Details erhöhen Druck auf Elite-Uni Cornell – Opfer wird bedroht

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Szenen einer Protestkundgebung gegen den Umgang der Cornell University mit den Vorwürfen einer Gruppenvergewaltigung

Szenen einer Protestkundgebung gegen den Umgang der Cornell University mit den Vorwürfen einer Gruppenvergewaltigung

Neue Vorwürfe setzen die US-Eliteuni Cornell unter Druck. Auch die Klägerin und ihr Anwalt berichten von Drohungen.

Nach den Vergewaltigungsvorwürfen an der US-Eliteuniversität Cornell verschärfen sich die Reaktionen auf den Umgang der Hochschule mit dem Fall. Mehrere Medien berichteten von eingeschlagenen Fensterscheiben und Graffiti an den Wänden eines Gebäudes auf dem Campus, die der Universität vorwerfen, Vergewaltiger zu schützen. „Wir verstehen die Frustration und die starken Emotionen in unserer Universitätsgemeinschaft. Diese Bedenken verdienen Gehör, doch Sachbeschädigung ist nicht die Lösung“, hieß es in einer Mitteilung der Cornell.

Im Zentrum des Falls steht der Vorwurf einer ehemaligen Studentin, im Oktober 2024 im Haus einer Studentenverbindung von mehreren Männern über Stunden vergewaltigt worden zu sein. Strafrechtliche Konsequenzen gab es zunächst nicht. Nach einer neuen Zivilklage und wachsender öffentlicher Kritik wird der Fall inzwischen von New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James untersucht.

Während die Solidarität mit der Frau wächst, berichtete ihr Anwalt dem Sender CNN zugleich von Drohungen gegen sich und seine Mandantin. Sie werde unter Druck gesetzt, die Klage zurückzuziehen. Außerdem gibt es Versuche, ihre Identität zu enthüllen. Bislang ist sie nur unter dem Pseudonym Jane Doe bekannt, was in den USA bei Gerichtsverfahren nicht unüblich ist.

Menschen gehen über den Campus der Cornell University. (Archivbild)

Menschen gehen über den Campus der Cornell University. (Archivbild)

Die Polizei der Cornell-Universität begann im November 2024 mit der Untersuchung des Vorfalls und hielt schriftlich fest, dass die damals 20-jährige Frau kürzlich in dem Haus einer Verbindung namens Chi Phi von mehreren Männern vergewaltigt worden sei.

„New York Times“ legt Bestrafungen offen

Die „New York Times“ hat die Unterlagen der Universitätsuntersuchung des Falles ausgewertet. Demnach wurden zwei Beschuldigte der Universität verwiesen, zwei suspendiert und mit Disziplinarmaßnahmen auf Bewährung belegt, ein Beschuldigter wurde zur Persona non grata erklärt. Zwei Männer hätten Kontaktverbote erhalten, „Schulungsmodule“ absolvieren und „Reflexionspapiere“ schreiben müssen.

Demonstrierende lauschen einem Redner während einer Protestkundgebung gegen den Umgang der Cornell University mit den Vorwürfen einer Gruppenvergewaltigung in einem Verbindungshaus auf dem Campus im Jahr 2024.

Demonstrierende lauschen einem Redner während einer Protestkundgebung gegen den Umgang der Cornell University mit den Vorwürfen einer Gruppenvergewaltigung in einem Verbindungshaus auf dem Campus im Jahr 2024.

Die Unterlagen stellen demnach auch fest, dass die Männer per Chat im Haus dazu aufriefen, sich am Sex mit der Frau zu beteiligen, und dass sie zum Drogenkonsum gezwungen wurde. Dabei soll es sich um Ketamin gehandelt haben.

Der Bezirksstaatsanwalt sagte in einer Erklärung, dass nichts auf Straftaten in der ursprünglichen Aussage hingedeutet habe. Die New Yorker Gouverneurin Kathy Hochul entzog ihm kurz darauf die Zuständigkeit für den Fall und beauftragte Generalstaatsanwältin Letitia James mit der Leitung der strafrechtlichen Ermittlung.

US-Präsident Donald Trump sagte in einer ersten Reaktion auf den Fall, die Person, zu der James ermittle, tue ihm leid, „denn sie wird keine faire Chance bekommen“. Die Demokratin James führte als New Yorker Generalstaatsanwältin einen großen zivilrechtlichen Betrugsprozess gegen Trump. (dpa/red)