Abo

Rundschau PLUS abonnieren

Abo-Angebote

Artikel teilen

Schriftgröße ändern

Artikel zur Merkliste hinzugefügt

Rückgangig

Artikel von der Merkliste entfernt

Sie folgen nun

Rückgangig

Sie folgen

„Bin ausgeflippt“ Nina Hagen bereut früheren Fernseh-Eklat mit Angela Merkel

Nina Hagen singt am 02.07.2017 in Berlin auf der Bühne im Berliner Ensemble.

Nina Hagen in Berlin auf der Bühne im Berliner Ensemble. (Archivbild)

Die Sängerin hatte sich 1992 bei einem Auftritt in der Sendung „Talk im Turm“ mit der damaligen Frauenministerin Merkel harte Wortgefechte zum Thema Drogenpolitik geliefert.

Sängerin Nina Hagen bereut ihren einstigen Talk-Show-Eklat mit der späteren Bundeskanzlerin Angela Merkel Anfang der Neunziger Jahre. „Heute tut es mir leid, dass ich geschrien habe und nicht sachlich geblieben bin“, sagte die 67-Jährige der „Augsburger Allgemeinen“ vom Samstag. Die Sängerin hatte sich 1992 bei einem Auftritt in der Sendung „Talk im Turm“ mit der damaligen Frauenministerin Merkel harte Wortgefechte zum Thema Drogenpolitik geliefert und unter Protest die laufende Sendung verlassen.

Nina Hagen über Angela Merkel: „Meine Geduld war einfach am Ende“

„Meine Geduld war einfach am Ende“, sagte Hagen nun über die Diskussion mit der späteren CDU-Vorsitzenden. „Ich bekam von ihr auf meine Fragen keine Antworten, sondern nur so einen teilnahmslosen Blick. Dann bin ich ausgeflippt und nach Hause gegangen.“

Die Sängerin sprach in dem Interview auch über ihre Religion – und wie die ihr gegen ihre cholerische Art geholfen habe. „Christin zu sein ist eine Lebensschule“, sagte Hagen und ergänzte: „Es gibt Leute in meinem Alter, die machen andere immer noch lautstark und cholerisch nieder, sie maßregeln und demütigen, und es ist furchtbar, mit anzusehen, wie Menschen anderen Menschen Angst einjagen. Dass ich so ein Mensch nicht mehr bin, verdanke ich meinem guten Ratgeber, der Bibel. Ich habe gelernt, Böses nicht mit Bösem, sondern immer nur mit Gutem zu beantworten.“

Nina Hagen über ihren Glauben: „Ich glaube volles Rohr an die Liebe“

Hagen fügte hinzu, sie sei zwar „schrecklich enttäuscht darüber, wie sich die ganze Weltpolitik wegentwickelt hat von einem friedlichen Miteinander“. Jedoch gelte: „Als Christin kann ich meine Zuversicht gar nicht verlieren. Ich glaube volles Rohr an die Liebe. Gott ist Licht ohne jede Finsternis, er ist Quell allen Lebens. Wenn wir uns nur einfach gegenseitig lieb haben könnten, dann werden sich unsere versteinerten Herzen erweichen.“

Zudem sagte die Sängerin, sie freue sich auf Weihnachten, „vor allem auf die Ruhe und das Friedliche an den Tagen“. Und weiter: „Ich freue mich vor allem darüber, dass ich am Leben bin, dass es mich gibt, dass es meine Kinder gibt, dass es mein Enkelkind gibt, dass es den lieben Gott gibt und dass ich anderen Menschen etwas Gutes tun kann.“

Auf die Frage, wer eigentlich ihre Liebe zum Christentum entfacht habe, antwortete Hagen: „Einer der ersten Christen, der mich tief beeindruckt und begeistert hat, war Heinrich Böll. Ich habe meinen Freund Heinrich bei Wolf Biermann im Wohnzimmer kennengelernt, er war ein ganz toller Mensch. Ich war tief beeindruckt, wie er mit mir, damals fast noch ein Kind, auf Augenhöhe über Gott und die Welt geredet hat.“ (das/afp/kna)