Patientendaten in GefahrViele Arztpraxen sind nicht gut vor Hackern geschützt

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Hamburg – Zahlreiche Arztpraxen in Deutschland sind nach Recherchen von NDR und Süddeutscher Zeitung ungenügend vor Hackern geschützt. Das geht aus einem vertraulichen Papier der Gesellschaft Gematik hervor, das „Panorama 3“ und „Süddeutscher Zeitung“ vorliegt.

In vielen Fällen erhebliche Sicherheitsrisiken

Auslöser für die Sicherheitslücke ist die Anbindung an die sogenannte Telematikinfrastruktur (TI). Sie soll eigentlich Praxen, Krankenhäuser und Apotheken miteinander verbinden und verschiedene Anwendungen ermöglichen, darunter die elektronische Patientenakte. Dem vertraulichen Papier zufolge haben mehr als 90 Prozent der an das Gesundheitsdaten-Netzwerk TI angeschlossenen Praxen Sicherheitsrisiken - mit der Folge, dass sich Hacker leicht Zugang zu den sensiblen Gesundheitsdaten von Millionen Patienten verschaffen könnten. Inzwischen hängen rund 115.000 Praxen an dem Gesundheitsdatennetzwerk.

Beträchtliche Folgen für Patienten

Für die Patienten können die Auswirkungen schwerwiegend sein: Praxen mit dem kritischen Parallel-Anschluss sind bereits gehackt worden, wie die Recherchen von „Panorama 3“ und SZ zeigen.

Mit dem digitalen Versorgungsgesetz, das vergangene Woche im Bundestag beschlossen wurde, will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nun nachbessern. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung soll eine Richtlinie zur IT-Sicherheit in Praxen erarbeiten. Allerdings soll die erst ab Sommer 2020 greifen. (ots)

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