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Abscheuliche Aktion mit „Timmy“Schaulustige klettern auf Wal-Kadaver und machen Selfies

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Der tote Meeressäuger liegt vor der dänischen Insel Anholt in Strandnähe. Das wurde schamlos ausgenutzt.

Das Drama um den in der Ostsee verendeten Buckelwal „Timmy“ erhält ein weiteres trauriges Kapitel. Diesmal waren es Schaulustige, die Verbote und Absperrungen ignorierten und sich dem toten Tier vor der dänischen Insel Anholt unerlaubt näherten.

Obwohl die Behörden ausdrücklich davor gewarnt hatten, sich dem toten Tier zu nähern, bestiegen einige Personen am Sonntag (17. Mai) den Kadaver des Wals „Timmy“. Nachdem sie sich auf dem toten Tier aufgerichtet hatten, machten sie Selfies davon. Das zeigten Bilder aus dem Live-Stream der Nachrichtenagentur News5.

Schaulustige steigen auf Kadaver von Buckelwal „Timmy“

Fachleute weisen darauf hin, dass von Walkadavern Gefahren ausgehen können. Bei der Verwesung entstehen Gase, die sich im Körperinneren stauen und im Extremfall zu einer plötzlichen Explosion des Kadavers führen können. Zudem ist nicht auszuschließen, dass von einem toten Tier Krankheitserreger ausgehen, die auf Menschen übertragbar sind.

Viele Möwen belagern den toten Buckelwal „Timmy“.

Viele Möwen belagern den toten Buckelwal „Timmy“.

Während sich bereits seit Donnerstag zahlreiche Möwen über den Kadaver hermachen, gibt es unterschiedliche Meinungen zum weiteren Umgang mit „Timmys“ Überresten. Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus (SPD), kündigte an, mit den dänischen Behörden zu klären, wie es mit dem toten Tier weitergehe. Von der dänischen Umweltbehörde hieß es, dass es keine Pläne gebe, den Wal zu entfernen oder den Kadaver genauer zu untersuchen. Derzeit werde der tote Wal nicht als Problem eingeschätzt.

Schicksal von Wal „Timmy“ beschäftigte ganz Deutschland

Der etwa zwölf Meter lange Buckelwal war über Wochen in der deutschen Ostsee unterwegs, strandete dabei mehrfach und hielt sich zuletzt rund einen Monat lang in einer flachen Nebenbucht vor der Insel Poel bei Wismar in Mecklenburg-Vorpommern auf. Zuletzt hielt er sich rund einen Monat lang in einer flachen Nebenbucht vor der Insel Poel bei Wismar in Mecklenburg-Vorpommern auf.

Das Schicksal des Tieres und der Umgang mit diesem Fall hatten über längere Zeit für große öffentliche Aufmerksamkeit und kontroverse Debatten gesorgt. Nach Angaben aus dem Umfeld der Diskussionen kam es dabei auch zu massiven Anfeindungen bis hin zu Morddrohungen. (mbr)