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Eine Tote
Verdächtiger nach tödlichen Schüssen bei Rave in der Schweiz festgenommen

3 min
Aarau: Bewaffnete Polizeibeamte patrouillieren in der Nähe der Pferderennbahn Schachen. Bei einer Veranstaltung in der Schweiz sind in der Nacht Schüsse gefallen.

Aarau: Bewaffnete Polizeibeamte patrouillieren in der Nähe der Pferderennbahn Schachen. Bei einer Veranstaltung in der Schweiz sind in der Nacht zu Sonntag (30. August) Schüsse gefallen. 

Im Norden der Schweiz ist es zu einem Zwischenfall am Rande eines Techno-Festivals gekommen.

Nach den Schüssen bei einem Techno-Rave im Kanton Aargau hat die Schweizer Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Es handele sich um einen 43 Jahre alten Schweizer, teilten die Beamten mit. Er wurde in der Nacht zu Montag gegen ein Uhr unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Die Polizei geht inzwischen von einem Einzeltäter aus. Nähere Einzelheiten wollte sie im Laufe des Tages mitteilen.

Bei den Schüssen in der Nacht zum Sonntag auf dem Gelände des Rennvereins im Kanton Aargau starb eine 22-jährige Italienerin. Vier Menschen im Alter von 24 bis 31 Jahren wurden verletzt, darunter eine Deutsche.

Die Polizei hat Teilnehmer und Anwohner aufgerufen, Handy-Videos aus der Nacht zur Verfügung zu stellen. Die Ermittler erhoffen sich davon Aufschluss über den Hergang. Der Tatort liegt nur rund 25 Kilometer südlich von Bad Säckingen auf deutscher Seite der Grenze.

Alle Verletzten sind außer Lebensgefahr, wie eine Polizeisprecherin der dpa sagte. Ob die Deutsche das Krankenhaus bereits verlassen konnte, sagte die Beamtin mit Verweis auf Datenschutzgründe nicht. Alle Betroffenen leben in der Schweiz.

Zwei verschiedene Schusswaffen, zwei verschiedene Orte

Die Polizei hatte Ermittlungen in alle Richtungen angekündigt. Geprüft wurden ein möglicher Terrorakt, ein Amoklauf sowie eine mögliche Abrechnung im kriminellen Milieu, wie der Polizeichef des Kantons, Michael Leupold, sagte. Er gehe von Zufallsopfern aus. Die Betroffenen hätten sich nicht gekannt.

Die Party mit etwa 3500 Menschen war bereits zu Ende, als die Schüsse fielen. Auf dem Gelände hielten sich aber noch mehr als 100 Menschen auf. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde an zwei verschiedenen Orten und mit zwei Waffen geschossen. Am Tatort wurden unterschiedliche Hülsen gefunden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passen.

Schüsse fallen beim „Aarauer Rave“

Die Schweizer Zeitung „Blick“ berichtete, dass die Schüsse am frühen Sonntagmorgen am Rande des „Aarauer Rave“ gefallen seien. Dabei handelt es sich um eine Technoparty von Samstagnachmittag bis in die Nacht zum Sonntag mit rund 3500 Besuchern auf der Pferderennbahn von Aarau.

Nach Angaben der Schweizer Nachrichtenagentur SDA wurde die Polizei gegen 02.30 Uhr alarmiert. Es habe „mehrere Schussabgaben bei einer größeren Personengruppe“ gegeben, sagte eine Polizeisprecherin der Zeitung „Blick“.

Aarau: Schüsse zunächst für Feuerwerk gehalten

Augenzeugen sagten der Zeitung, sie hätten die Schüsse zunächst für Feuerwerk gehalten. Anschließend seien viele Besucher der Technoparty in eine nahegelegene Turnhalle geflüchtet. Ein Zeuge sprach von „Schusssalven“.

Auf einem Video, das eine Einwohnerin von Aarau in Onlinenetzwerken veröffentlichte, sind menschenleeren Straßen zu sehen, während im Hintergrund offenbar mehrere Schüsse zu hören sind.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, Medienberichten zufolge war auch ein Militärhubschrauber im Einsatz. Der Tatort wurde weiträumig abgesperrt. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, das Gebiet zu meiden.

Aarau im Schweizer Kanton Aargau liegt etwa 40 Kilometer westlich von Zürich. Die Polizei bittet darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden.

DJ nach Schüssen in der Schweiz: „Absolut herzzerreißend“

Nach den nächtlichen Schüssen äußerte sich der DJ der betroffenen Veranstaltung. Was auf dem Rave passiert sei, sei absolut herzzerreißend, schrieb DJ Tekibo in einer Instagram-Story. „Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein.“

Er versuche immer noch, das Ganze zu verarbeiten. Er habe einen wichtigen Menschen verloren und finde einfach nicht die richtigen Worte. Er werde sich für eine bestimmte Zeit zurückziehen, kündigte er an. (afp/afp)