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80 Jahre im Sand verborgenSpektakulärer Fund bei Baggerarbeiten an der Nordsee

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Fundort des StuG III auf dem Gelände des Fliegerhorsts Nordholz.

Fundort des StuG III auf dem Gelände des Fliegerhorsts Nordholz.

Zunächst ragte nur ein rostiges Stück Metall aus dem sandigen Boden – Baggerarbeiten legten ein „historisch bedeutendes Fundstück“ frei.

Unerwarteter Fund bei Bauarbeiten auf dem Marineflugplatz Nordholz an der Nordsee. Die Arbeiter stießen bei Baggerarbeiten zufällig auf einen nahezu vollständig erhaltenen Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg. Das rund 29 Tonnen schwere Sturmgeschütz vom Typ StuG III lag den Erkenntnissen zufolge rund 80 Jahre im Sand verborgen.

Zunächst ragte nur ein rostiges Stück Metall aus dem sandigen Boden. Bei weiteren Arbeiten auf dem Gelände des Fliegerhorsts Nordholz im Landkreis Cuxhaven wurde jedoch klar, dass es sich um mehr als alte Rohre handelte. Experten sprechen von einem außergewöhnlichen Fund, vor allem, weil das Fahrzeug erstaunlich gut erhalten ist.

Panzer aus dem Sand in Nordhorst geborgen: „Historisch bedeutendes Fundstück“

Die Bergung des Weltkriegspanzers übernahm die Bundeswehr in Zusammenarbeit mit dem Kampfmittelräumdienst Niedersachsen. Im August soll der Transport nach Munster erfolgen, wo das Fundstück konservatorisch behandelt wird. Anschließend soll es dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden übergeben werden.

Nach der Bergung wird das StuG III verladen.

Nach der Bergung wird das StuG III verladen.

„Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, ein historisch bedeutendes Fundstück für die Nachwelt zu sichern“, erläutert Dirk Hagedorn, Leiter des Geschäftsbereichs Verwaltungsaufgaben der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.

Nach dem Krieg vergraben – Zufallsfund nach 80 Jahren

Alliierte hatten das Relikt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit weiterem Kriegsschrott auf dem Gelände in Nordholz vergraben, vermuten Archäologen. Erst jetzt, 80 Jahre später, konnte das Sturmgeschütz durch Zufall wieder ausgegraben werden.

Blick ins Innere des in Nordholz gefundenen Stug III.

Blick ins Innere des in Nordholz gefundenen Stug III.

„Der Fund in Nordholz erzählt vom Kriegsende in Nordwestdeutschland – von einer Zeit, von der es vergleichsweise wenig Überlieferung gibt. Während die Kampfhandlungen ringsum zu Ende gingen, tobten sie hier sogar noch härter als zuvor. Teile des dafür zusammengezogenen Kriegsgeräts wurden anschließend direkt vor Ort ‚entsorgt‘“, erklärt Dr. Henning Haßmann, Landesarchäologe beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege.

Das StuG III gehörte zu den wichtigsten deutschen Panzerjägern des Zweiten Weltkrieges. Von dem Fahrzeugtyp wurden bis April 1945 rund 9300 Exemplare produziert. Bis das jetzt entdeckte Exemplar restauriert und der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, dürften allerdings noch mehrere Jahre vergehen.

„Wir freuen uns sehr, diesen historisch wertvollen Fund übernehmen zu dürfen. Das Sturmgeschütz ist ein aussagekräftiges Zeugnis des Zweiten Weltkrieges und des Umgangs mit seinen Hinterlassenschaften nach 1945“, sagt Dr. Gerhard Bauer, Wissenschaftlicher Direktor und Leiter der Abteilung Museumsbetrieb des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr.