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Typisch deutsch pessimistischStudie: Deutsche unterschätzen den Willen zur Kooperation

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Symbolbild - Begrüßung mit Handschlag

Einer Studie der Universität Bonn zufolge sind Menschen im Allgemeinen kooperativer als sie denken (Archivbild).

Eine globale Studie zeigt: Menschen sind viel kooperativer, als sie selbst glauben. Vor allem Deutsche unterschätzen ihre Mitmenschen.

Laut einer Untersuchung ist die Neigung, mit unbekannten Personen zusammenzuarbeiten, global sehr verbreitet. Dabei wird die Kooperationsbereitschaft von Mitmenschen von den meisten jedoch stark unterschätzt, wie eine im Fachjournal «Science» publizierte Untersuchung eines Forschungsteams aus Bonn und Frankfurt aufzeigt.

Die Wissenschaftler heben hervor, dass Zusammenarbeit eine fundamentale Bedingung für das Wohlergehen der Gesellschaft darstellt. Zahlreiche Probleme können nur dann gelöst werden, wenn Individuen willens sind, über ihre persönlichen Interessen hinaus einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten.

Experiment stellt Teilnehmende vor die Wahl: Eigennutz oder Gemeinwohl

Gemäß Informationen der Universität Bonn basiert die Untersuchung auf verhaltenswissenschaftlichen Versuchen, an denen mehr als 100.000 Menschen aus 125 repräsentativen nationalen Stichproben teilnahmen. Die Studie ist die erste weltweite Untersuchung, die die Kooperation von Menschen auf einer global repräsentativen Grundlage analysiert.

Ein global standardisiertes Experiment bildete den Kern der Forschungsarbeit: Jeder Teilnehmer wurde einer fremden Person aus seinem Heimatland zugewiesen und musste anschließend eine Wahl zwischen zwei Möglichkeiten treffen. Die Option „nicht kooperieren“ garantierte eine sichere Auszahlung von 100 Dollar, während die Alternative „kooperieren“ lediglich 70 Dollar einbrachte.

Wenn sich jedoch beide Teilnehmenden – ohne Absprache und eigenständig – für die Kooperation entschieden, erfolgte eine zusätzliche Spende von 400 Dollar für Klimaschutzprojekte. Die Probanden standen somit vor der Wahl zwischen einem größeren persönlichen Gewinn und einer auf die Gemeinschaft ausgerichteten Zahlung.

Wie die Ergebnisse offenbarten, war eine klare Mehrheit der Probanden, im Schnitt 69 Prozent, gewillt, für den Beitrag zu den Klimaschutzmaßnahmen auf eine höhere persönliche Auszahlung zu verzichten. Die Teilnehmenden schätzten aber die Bereitschaft zur Zusammenarbeit bei ihren Mitmenschen systematisch zu niedrig ein. Während die tatsächliche globale Bereitschaft 69 Prozent betrug, lag die erwartete Kooperationsrate bei den Befragten im Mittel bei nur 47 Prozent. Diese negative Fehleinschätzung wurde in 124 von 125 Nationen festgestellt.

Deutsche haben zu pessimistisches Bild von ihren Mitbürgern

Ein bemerkenswertes Resultat ergab sich für Deutschland. Dort wurde die Bereitschaft der Mitmenschen zur Kooperation außergewöhnlich stark unterschätzt. Während in der Realität 86 Prozent kooperierten – ein außergewöhnlich hoher Wert –, rechneten die Teilnehmenden nur mit einer Rate von 47,6 Prozent. Das ist eine Fehleinschätzung von beinahe 40 Prozentpunkten. Die Forscher betonen deshalb: „Wir sind als Spezies kooperativer als wir selbst glauben.“

„Meine Vermutung ist, dass wir schon eine Tendenz haben, das Glas halbleer zu sehen“, äußerte Armin Falk von der Universität Bonn, einer der Studienautoren, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. „Das entspräche diesem Grundpessimismus, der ja auch häufig beklagt wird.“

Für Falk lautet die zentrale Schlussfolgerung aus der Untersuchung jedoch wie folgt: „Wir könnten, wenn wir weniger pessimistisch und damit realistischer wären, in einer besseren Welt leben.“ Viele Personen erliegen einer kognitiven Selbsttäuschung, indem sie ihre Mitmenschen zu negativ beurteilen. „Und dadurch schwächen wir uns selber.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.