Laut eines israelischen Rettungsdiensts sei ein Auto in eine Gruppe Fußgänger gefahren. Der Angreifer wurde laut Polizei „neutralisiert“.
Zahl toter Palästinenser steigt auf zehn20-Jähriger aus Westjordanland mutmaßlicher Angreifer in Tel Aviv

Die islamistische Hamas bezeichnet den mutmaßlichen Anschlag als „erste Reaktion“ auf einen großangelegten Militäreinsatz Israels im Westjordanland.
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Die Spirale der Gewalt im Nahost-Konflikt dreht sich unaufhaltsam weiter: Während eines großangelegten israelischen Militäreinsatzes im Westjordanland, bei dem bis Dienstag mindestens zehn Palästinenser getötet wurden, erschütterte ein Anschlag Tel Aviv. Bis zu sieben Menschen wurden nach Behördenangaben bei dem Angriff mit einem Wagen und später mit einer Stichwaffe verletzt, bevor ein bewaffneter Passant den mutmaßlichen Täter erschoss.
Bei dem mutmaßlichen Angreifer in Tel Aviv handelt es sich israelischen Angaben zufolge um einen 20-jährigen Palästinenser aus dem Westjordanland. Der Mann aus einem Dorf nahe Hebron sei ohne Genehmigung nach Israel eingereist, hieß es am Dienstag aus israelischen Sicherheitskreisen. Er war demnach den israelischen Behörden nicht bekannt gewesen.
20-Jähriger soll Mitglied der Palästinenserorganisation sein
Zuvor hatten mehrere israelische und palästinensische Medien den Angreifer als einen 23-Jährigen identifiziert, dies jedoch hinterher korrigiert. Nach Angaben der im Gazastreifen herrschenden Hamas handelte es sich bei dem 20-Jährigen um ein Mitglied der Palästinenserorganisation.
Nach Angaben von Israels Polizeichef Kobi Schabtai hat es außerdem erste Festnahmen gegeben. Mehrere Menschen, die mit dem Verdächtigen in Verbindung stehen, seien festgenommen worden, sagte der Polizeichef Medienberichten zufolge am Ort des Vorfalls und rief die Bevölkerung zu erhöhter Wachsamkeit auf. Die Motivation für Anschläge hätte sich demnach aufgrund der großangelegten Militäroperation in Dschenin im Westjordanland weiter erhöht.
Schabtai sagte weiter, die Umstände des Angriffs in Tel Aviv würden derzeit untersucht. Ein Zivilist hatte demnach vor Ort auf den Angreifer geschossen „und ihn daran gehindert, seinen mörderischen Amoklauf fortzusetzen“. Zuvor sei der Angreifer mit seinem Auto in eine Menge von Menschen gefahren und habe anschließend mit einem spitzen Gegenstand auf sie eingestochen. Sieben Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt, drei davon schwer.
Polizei: Angreifer nach Anschlag in Tel Aviv „neutralisiert“
Der mutmaßliche Angreifer ist vor Ort nach Polizeiangaben „neutralisiert“ worden. Er sei zuvor nach ersten Erkenntnissen mit seinem Auto in eine Menge von Menschen gefahren und habe anschließend mit einem spitzen Gegenstand auf sie eingestochen, teilte ein Sprecher am Dienstag mit.
Unklar war zunächst, ob der Angreifer getötet wurde. Der Vorfall ereignete sich vor einem Einkaufszentrum der Stadt. Sieben Menschen wurden nach Angaben der Polizei verletzt, drei davon schwer.
Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas hat einen mutmaßlichen Anschlag in Tel Aviv als „erste Reaktion“ auf einen großangelegten Militäreinsatz Israels im Westjordanland bezeichnet. Es sei ein Zeichen dafür, dass die „Besatzung den Preis für die Verbrechen in Dschenin zahlen wird“, teilte ein Sprecher der Palästinenserorganisation am Dienstag mit - ohne den Anschlag direkt für sich zu reklamieren.
46-jährige Verletzte schwebt laut Rettungsdienst in Lebensgefahr
Im Zentrum der Küstenstadt Tel Aviv war am Dienstagnachmittag ein Auto in eine Gruppe von Menschen gefahren. Mindestens fünf Menschen wurden verletzt. Nach Angaben des Rettungsdiensts Magen David Adom schwebe eine 46-jährige Frau in Lebensgefahr.
Die Hintergründe des Vorfalls waren zunächst unklar. Medienberichten zufolge sollen auch Schüsse abgegeben worden sein. Der Rettungsdienst Zaka sprach von insgesamt zehn Verletzten, mehrere in kritischem Zustand.
Israel hatte in der Nacht zum Montag eine der größten Militäroperationen im Westjordanland seit Jahrzehnten begonnen. Die Armee rückte nach mehreren Luftschlägen mit mehr als Tausend Soldatinnen und Soldaten in die palästinensische Stadt Dschenin ein. Dort lieferte sich das Militär stundenlange Feuergefechte mit bewaffneten Anwohnern. Mindestens zehn Menschen wurden getötet, 100 weitere verletzt. (dpa)
