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Bluttat in der UkraineSenior tötet fünf Menschen in Flüchtlingsunterkunft mit Axt und Hammer

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In Riwne in der Ukraine wurde am Dienstag (10. Februar 2026) ein Mann festgenommen, der fünf Personen getötet haben soll.

In Riwne in der Ukraine wurde am Dienstag (10. Februar 2026) ein Mann festgenommen, der fünf Personen getötet haben soll.

Ein Senior, selbst Binnenvertriebener aus dem Osten, hat in Riwne nach einem Streit fünf seiner Mitbewohner getötet.

In der Ukraine hat ein 72-jähriger Mann fünf Menschen in einer Unterkunft für Binnenvertriebene mit einer Axt und einem Hammer getötet, wie die Polizei mitteilte. Das Motiv für den Angriff blieb zunächst unklar, es soll sich um einen „häuslichen Konflikt“ gehandelt haben, der sich zu einer „Schlägerei“ zwischen Bewohnern der Unterkunft entwickelte.

Der Vorfall ereignete sich am frühen Dienstagmorgen in einem ehemaligen Schulgebäude im Dorf Sudobichi. Dort leben Geflüchtete aus dem Osten und dem Zentrum der Ukraine. Eine Sozialarbeiterin alarmierte gegen 4.10 Uhr die Polizei. Bewohner hatten demnach Schreie auf dem Flur gehört. Die eintreffenden Streifenpolizisten entdeckten sofort den Angreifer und nahmen ihn fest. Später trafen Kräfte der Spurensicherung ein.

Fünf Menschen seien ihren Verletzungen vor Ort erlegen, teilte die Polizei mit. Unter den Opfern waren demnach zwei Männer im Alter von 60 und 68 Jahren und zwei Frauen im Alter von 78 und 81 Jahren aus der ostukrainischen Region Donezk. Außerdem starb ein 56-Jähriger aus der zentralen Region Kirowohrad.

Der Verdächtige ist selbst ein Flüchtling aus der von Russland angegriffenen Region Donezk. Gegen ihn wurden Ermittlungen wegen vorsätzlichen Mordes eingeleitet.

Auf von der Polizei veröffentlichten Bildern war ein großes Loch in der Tür zu einem der Räume zu sehen, zudem Blutspuren an einer Axt und auf dem Fußboden des Gebäudes.

Massive Wohnprobleme in der Ukraine

Riwne ist eine Großstadt im Nordwesten der Ukraine mit etwa 250.000 Einwohnern. Rund 20 Prozent des ukrainischen Territoriums sind derzeit von Russland besetzt, etwa 3,7 Millionen Menschen sind laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR innerhalb der Ukraine vertrieben. Mehr als 6,7 Millionen Menschen leben als Geflüchtete außerhalb der Ukraine, vorwiegend in europäischen Ländern.

Innerhalb des Landes gibt es massive Wohnprobleme. Mehr als 236.000 Gebäude wurden während des Krieges zerstört oder beschädigt (Stand November 2025). 2,5 Millionen Wohneinheiten – rund 10 Prozent des Wohnungsbestands – sind aufgrund des andauernden Konflikts nicht zugänglich. Die Unterbringung der Binnenflüchtlinge verschärft die Lage massiv. In Teilen des Landes, besonders in Frontnähe, sind Notunterkünfte überfüllt. (cme/afp)