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„Alptraumhafter Tag und Nacht“Waldbrände wüten auf Kreta – Meteorologin schildert „unglaubliches Phänomen“

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Waldbrände lodern auf der griechischen Insel Kreta.

Waldbrände lodern auf der griechischen Insel Kreta.

Auf Kreta kämpfen Einsatzkräfte weiterhin gegen die Flammen. Ein Fischer berichtet von einer gewagten Rettungsaktion.

Die Waldbrände im Süden der griechischen Insel Kreta wüten weiter. Am Donnerstag brach nahe der Ortschaft Preveli ein neuer Brand aus. Wegen der starken Rauchentwicklung brachte die Küstenwache rund 50 Menschen aus einem Küstenabschnitt in Sicherheit, wie der griechische Rundfunk ERT berichtete.

Starke Winde erschweren den Feuerwehren bereits den zweiten Tag in Folge die Löscharbeiten. „Die Leute (der Feuerwehr) sind erschöpft, sie kämpfen aber weiter gegen die Flammen“, sagte Giorgos Marinakis, der Bürgermeister der Regionalhauptstadt Rethymno, griechischen Medien.

„Unglaubliches Phänomen“ erschwert Löscharbeiten auf Kreta

Vor allem Löschflugzeuge und Hubschrauber können nur eingeschränkt eingesetzt werden. „Starke Winde und dichter Rauch führen zu Nullsicht und starken Turbulenzen, was das Abwerfen von Wasser extrem erschwert oder gar unmöglich macht“, zitierte die griechische Zeitung „Kathimerini“ die örtliche Feuerwehr.

Feuerwehrleute kämpfen auf Kreta gegen Waldbrände.

Feuerwehrleute kämpfen auf Kreta gegen Waldbrände.

Teilweise wurden auf Kreta demnach Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern pro Stunde gemessen. Gleichzeitig brachen auf den Ägäis-Inseln Andros, Kalymnos und Paros kleinere Brände aus, teilte ein Offizier der Feuerwehr mit.

Eine Entspannung der Wetterlage ist nach Einschätzung der Wetterexperten erst ab Freitagabend zu erwarten. Im griechischen Rundfunk sprach eine Meteorologin von einem „unglaublichen Phänomen“ mit orkanartigen Nordwinden in der südlichen Ägäis.

Waldbrände wüten auf Kreta: „Alptraumhafter Tag“

Maria Lioni, die stellvertretende Gouverneurin der Region Rethymno auf Kreta, sprach am Donnerstag im staatlichen Fernsehen von einem „alptraumhaften Tag und einer alptraumhaften Nacht“ und fügte hinzu, dass die Behörden „viele Dörfer, große wie kleine“ evakuiert hätten.

Es sei jedoch zu früh, um das Ausmaß der Schäden vollständig abzuschätzen. Am Mittwoch waren drei Feuerwehrleute in Griechenland ums Leben gekommen. An den Rettungsmaßnahmen waren auch örtliche Fischer beteiligt, um Touristen von der Küste zu evakuieren. 

Fischer schildert Rettungseinsatz: „Taverne und Unterkünfte brannten“

Einer der beteiligten Fischer berichtete nun von bedrohlichen Szenen: „Es war erstickend vor Feuer und Rauch, aber der Wind tobte wie ein Orkan. Stellen Sie sich vor, Windböen mit bis zu 160 km/h wurden gemessen“, sagte Nikos Matthaiakis gegenüber „Kathimerini“.

„Die Taverne und die Unterkünfte darüber brannten. Einige Flaschen explodierten. Wir konnten die Knalle hören“, berichtete der Fischer von der Lage an der Küste in Agios Pavlos. „Ich kenne die Gegend gut, aber es war äußerst schwierig, das Ufer zu erreichen. Es war alles andere als einfach.“ Schließlich sei es jedoch gelungen, die Touristen zu evakuieren. 

Weite Teile Westeuropas leiden derzeit unter einer Hitzewelle der vierten seit Mai. Die Kombination aus Trockenheit, stürmischen Winden, Extremtemperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit erhöht das Risiko von Waldbränden deutlich. Neben Griechenland kämpfen derzeit auch die Türkei, Spanien, Frankreich und Großbritannien gegen Waldbrände. (das/dpa)