Erneut gibt es eine Hitzewarnung – Gewitter und Sturmböen sind möglich. Jörg Kachelmann sieht einen „potenziellen Killer“.
Wetter in Köln und NRWHitze auch am Donnerstag – Kachelmann warnt vor Sturmfront
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt auch für Donnerstag die Menschen vielerorts in Nordrhein-Westfalen vor einer starken Wärmebelastung – mit einem besonderen Blick auf Köln. Die amtliche Hitzewarnung gilt bis um 19 Uhr am Donnerstag (30. Juli).
„Mit einer zusätzlichen Belastung aufgrund verringerter nächtlicher Abkühlung ist insbesondere im dicht bebauten Stadtgebiet von Köln zu rechnen“, erklärt der DWD und warnt vor der Belastung durch die Hitze. Diese könne für den menschlichen Körper gefährlich werden und zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen.
„Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hitze, trinken Sie ausreichend Wasser und halten Sie die Innenräume kühl“, raten die Wetter-Experten angesichts drohender Höchsttemperaturen von bis zu 36 Grad im Rheinland.
Jörg Kachelmann warnt vor Sturmfront am Donnerstag
Ab Donnerstagnachmittag sind der Prognose zufolge von Westen her dann jedoch Schauer und Gewitter mit Starkregen und schweren Sturmböen zu erwarten. Vorwiegend im Osten von NRW seien örtlich orkanartige Böen und Hagel möglich. Damit ist eine Abkühlung verbunden. Auch nachts wird es kühler.
Der Wetterdienst Kachelmannwetter warnt für den Donnerstag ebenfalls vor örtlichen Sturmböen. „Die Sturmfront morgen ist ein potenzieller Killer, weil viele Leute wegen der Hitze draußen und unter Bäumen sein werden“, schrieb der Meteorologe Jörg Kachelmann am Mittwoch auf der Plattform X.
Das Problem an der Lage sei, dass die „Sturmlinie am Himmel oft nicht zu sehen sein wird, weil die sonst begleitenden Gewitter oft fehlen – und so werden viele überrascht werden.“ Wo genau es zu diesem Phänomen kommen wird, lässt sich jedoch nicht vorhersagen.
Lage für die Schifffahrt auf dem Rhein spitzt sich zu
Durch die anhaltende Trockenheit spitzt sich unterdessen auch die Lage für die Schifffahrt auf dem Rhein weiter zu. So niedrige Wasserstände wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen werden an diesem Samstag oder Sonntag an allen großen Pegelstationen in Nordrhein-Westfalen erwartet, erklärte Moritz Axt, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Rhein, am Mittwoch.

Ein Schiff fährt bei Niedrigwasser bei Dormagen über den Rhein.
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Seit wann die Pegelstände aufgezeichnet werden, sei von Messstation zu Messstation unterschiedlich. In Köln beispielsweise werde der niedrigste Pegelstand seit mindestens 100 Jahren erwartet, sagte Axt. Für den Pegel Köln laute die Prognose für Samstag 67 Zentimeter. Das wären zwei Zentimeter weniger als der bisher niedrigste Pegelstand (69 Zentimeter vom 23. Oktober 2018).
„Die Tiefpunkte können danach noch leicht weiter fallen“
Am Pegel Düsseldorf werden am Samstag 21 Zentimeter erwartet. Das sind ebenfalls zwei Zentimeter weniger als der bisherige Rekord-Tiefstand (23 Zentimeter vom 23. Oktober 2018). Am selben Tag waren damals am Pegel Duisburg-Ruhrort 153 Zentimeter abgelesen worden. Die Vorhersage sind 148 Zentimeter für Samstag. Das wären fünf Zentimeter weniger als die Tiefstmarke.
Das aktuelle Niedrigwasser habe seinen tiefsten Punkt aber am Samstag möglicherweise noch nicht erreicht: „Die Tiefpunkte können danach noch leicht weiter fallen bis nächste Woche Mittwoch“, sagte der Sprecher. Am Montag (03.08.) oder Dienstag (04.08.) könnten etwa in Düsseldorf möglicherweise 20 Zentimeter und damit ein Zentimeter weniger als am Samstag erreicht werden.
Sinkende Temperaturen am Wochenende – kein Regen in Sicht
Nach den historischen Tiefständen bis Mitte nächster Woche werde sich die Situation nicht wesentlich ändern. Ohne viel Regen im Einzugsgebiet des Rheins blieben die Wasserstände sehr niedrig, erklärte Axt weiter.
Gängige Wettermodelle weisen zunächst jedoch keine Niederschläge in Köln und der Region aus. Am kommenden Wochenende sollen die Temperaturen zwar sinken, Regenfälle sind jedoch laut dem 14-Tage-Trend von Kachelmannwetter frühestens ab Montag möglich. (das/dpa)
