Ein Kind ist nach einem mutmaßlichen Messerangriff des Vaters getötet worden. Die Mutter und die Schwester des Kindes wurden schwer verletzt.
Großeinsatz in NRW13-Jähriger stirbt nach Messerangriff – Vater wird Haftrichter vorgeführt

Zahlreiche Kräfte von Polizei und Rettungsdiensten sind am Samstag (28. März) in einer Straße in Witten im Einsatz.
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Bei einer gewalttätigen Auseinandersetzung in Witten (NRW) ist ein Kind (13) durch Messerstiche getötet worden. Die Mutter und die Schwester des Kindes wurden schwer verletzt, wie ein Sprecher der Polizei nach Informationen der Deutschen Presseagentur mitteilte. Der tatverdächtige Vater (40) der Kinder wurde festgenommen. Der 40-Jährige soll am Sonntag (29. März) einem Haftrichter vorgeführt werden. Das Motiv ist derzeit noch völlig unklar.
Mutter und Tochter wurden ins Krankenhaus gebracht und werden dort laut Polizei intensivmedizinisch versorgt. Beide schwebten auch am Morgen nach dem Messerangriff weiterhin in Lebensgefahr. Das sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Sie würden noch immer im Krankenhaus intensivmedizinisch behandelt, wie es hieß. Am Samstagabend hieß es noch, das Mädchen sein außer Lebensgefahr.
Die Polizei war am Vormittag zu einem Großeinsatz in den Süden von Witten ausgerückt. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Einsatz berichtet. Ein erster Notruf sei um 10.29 Uhr eingegangen.
Der Einsatz habe sich bei einem Mehrfamilienhaus zugetragen, heißt es in einem Bericht des WDR. Das Gebäude sei weiträumig abgesperrt worden, auch am Nachmittag war die Spurensicherung noch im Einsatz. Der Hintergrund einer Messerstecherei wurde später bestätigt, auf der Straße waren nach der Tat demnach Blutspuren zu sehen. Auch ein Hubschrauber wurde laut WDR gesichtet. Zahlreiche Anwohner, die Zeugen des Geschehens wurden, werden von Rettungskräften und Notfallseelsorgern betreut.
Witten: 13-jähriger Junge stirbt wohl durch Messerstiche des Vaters
Laut „Der Westen“ begann der Konflikt im häuslichen Umfeld und verlagerte sich dann auf die Lessingstraße, die sich in der Nähe des Wittener Hauptbahnhofs befindet. Der 40-jährige Mann stach auf seine 38-jährige Frau, seinen Sohn und die Tochter ein. „Trotz intensiver Notfallmaßnahmen ist der Sohn an seinen Verletzungen verstorben“, zitiert die Zeitung einen Polizeisprecher. Der Junge soll 13 Jahre alt sein, zunächst war von einem Zwölfjährigen die Rede gewesen. Die neun Jahre alte Schwester und die Mutter liegen mit schweren Verletzungen in einem Krankenhaus.
Die „Bild“ zitiert Zeugen über die Festnahme des tatverdächtigen Vaters mit den Worten: „Seine Hände waren blutverschmiert. Er lag, von zwei Polizisten bewacht, gefesselt auf dem Boden.“ Bei dem Mann, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat, waren laut Polizei bislang keine psychischen Probleme bekannt.
Die Staatsanwaltschaft Bochum hat die Ermittlungen übernommen. Es wurde eine Mordkommission eingerichtet. Der Tatverdächtige befindet sich in Polizeigewahrsam.
Die Stadt Witten hatte sich schwer betroffen gezeigt von dem Vorfall. „Die Nachricht von dieser schrecklichen Tat erschüttert uns alle zutiefst. Besonders der Tod eines Kindes macht uns fassungslos“, erklärte Bürgermeister Dirk Leistner laut Mitteilung.
„Wir wünschen den Verletzten von Herzen Kraft und eine schnelle Genesung.“ Er dankte den Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten für ihre Arbeit. Die Stadt bittet darum, Rücksicht auf die Betroffenen und deren Angehörige zu nehmen und auf Spekulationen zu verzichten. (cme, mit dpa)
