Nach der Freilassung von Wal „Timmy“: Das Tier schwimmt wieder im offenen Meer. Doch der Tracker schweigt.
Funkstille in der NordseeWo ist Buckelwal „Timmy“? – Retter verlieren plötzlich Signal

Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe unterhalb von Skagen, im sogenannten Skagerrak, durch die Ostsee gezogen (Luftaufnahme aus einem Flugzeug).
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Der Buckelwal „Timmy“ wurde am Samstagmorgen gegen 9.00 Uhr in die Freiheit entlassen. Nach viertägigem Transport durch den Schlepper „Fortuna B“ verließ das Tier die Transportbarge im Übergangsbereich zwischen Nord- und Ostsee. Trotz der erfolgreichen Freisetzung gibt es derzeit keine Informationen über den aktuellen Standort des Wals, da der installierte Peilsender laut „Bild“-Zeitung wohl bislang kein Signal übermittelt.
Technische Schwierigkeiten bei der Ortung
Am Freitagabend hatten Experten der Rettungsinitiative einen Tracker an dem Tier angebracht, um dessen Wanderung in den Atlantik wissenschaftlich zu begleiten. Dass eine Ortung bislang nicht möglich ist, führen die Verantwortlichen auf technische und biologische Faktoren zurück.

Eines der letzten Lebenszeichen von Buckelwal „Timmy“ in der Nordsee.
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Damit der Sender aktiviert wird, ist ein durchgehender Wasserkontakt von mindestens zehn Sekunden erforderlich. Da Wale als Säugetiere regelmäßig zum Atmen an die Oberfläche kommen, wird dieser Kontakt häufig unterbrochen. Zudem erfolgt die Datenübertragung ausschließlich an der Wasseroberfläche. Ein schwaches Mobilfunknetz im betroffenen Seegebiet sowie kurze Auftauchphasen erschweren die Übermittlung der Positionsdaten zusätzlich.
Verzögerungen durch Wetterlage

Das Schutznetz an der Barge, das den Buckelwal bei seinem Transport aus der Ostsee bislang vom offenen Wasser trennte, ist entfernt worden. Gleichzeitig wurde der Lastkahn sichtbar weiter geflutet.
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Die Freilassung war ursprünglich bereits für Freitag geplant, verzögerte sich jedoch aufgrund der Wetterbedingungen. Laut Seewetteramt des Deutschen Wetterdienstes herrschten Windstärken von bis zu 6 und Wellenhöhen von bis zu 1,5 Metern. Diese Bedingungen machten eine sichere Passage für die Transportbarge zeitweise unmöglich, weshalb der Verband vorübergehend Kurs Richtung Süden nehmen musste.
Ob der gewählte Zeitpunkt und Ort der Freilassung den ursprünglichen Planungen entsprach oder vorzeitig erfolgte, ist Gegenstand aktueller Prüfungen. Während die beteiligten Tierärztinnen die Freilassung vor Ort mitverfolgten, meldeten sich auch Tierschutzorganisationen zu Wort. PETA nahm das Ereignis zum Anlass, auf die Gefahren durch Fischernetze hinzuweisen und forderte die Ausweisung weiterer Meeresschutzgebiete in Nord- und Ostsee.