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200 Jobs sollen wegfallenHupkonzert gegen Stellenabbau im Ford-Getriebewerk

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Ford Logo Köln dpa

 Ein Schild mit dem Ford-Logo steht vor dem Werk in Köln.

Köln – Mit einem Hupkonzert haben Mitarbeiter der Getriebeentwicklung für Ford gegen die geplante Einstellung des Bereichs protestiert. Sie hatten am Mittwoch in ihren Fahrzeugen auf einem Firmenparkplatz in Köln-Merkenich an einer Betriebsversammlung teilgenommen. Der Grund: 200 von 380 Mitarbeiter in der Entwicklung und im Prototypenbau sollen ihren Job verlieren. Sie arbeiten beim Gemeinschaftsunternehmens GFT, das Ford und der Getriebespezialist Getrag vor 20 Jahren gebildet hatten. Den Getrag-Anteil hatte 2015 der Zulieferer-Riese Magna übernommen, jetzt lösen Ford und Magna das Gemeinschaftsunternehmen auf.

Übergangsphase soll Ende Januar abgeschlossen sein

„Derzeit befinden sich die Unternehmen in einer Übergangsphase“, wie ein Magna-Sprecher mitteilte. Die soll bis Ende Januar abgeschlossen sein. Ford wird alleiniger Eigentümer der Werke in Halewood in Großbritannien, wo Getriebe für den Kuga und den Focus mit stärkeren Motoren gebaut werden, und Köln, wo Getriebe für leichte Nutzfahrzeuge entstehen. Am Kölner GFT-Standort, bestehend aus Fertigung, Entwicklung, Prototypenbau und Testzentrum, arbeiten insgesamt rund 1400 Menschen. Alleiniger Eigentümer des Werks im französischen Bordeaux, wo Getriebe für den Fiesta und den Focus gebaut werden, wird Magna, die demnächst Ford beliefern. Schwierig ist die Lage für Getriebewerke, weil immer mehr E-Autos auf den Markt kommen, die keine Getriebe brauchen. Das war abzusehen, findet Kerstin Klein, Zweite Bevollmächtigte und Geschäftsführerin der IG Metall Köln-Leverkusen.

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Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von GFT hätten die Entwicklung neuer Perspektiven seit Jahren gefordert. „Stattdessen sollen jetzt die Beschäftigten für Strategiefehler büßen und ihren Arbeitsplatz verlieren“, kritisiert Klein. „Sollte die Unternehmensseite sich nicht auf konstruktive Gesprächen mit dem Betriebsrat einlassen, werden wir für unsere Mitglieder einen Sozialtarifvertrag fordern“, ergänzt der IG Metall-Gewerkschaftssekretär Paul Hecker. Es müssten Gespräche über die Zukunft der Getriebetechnologie her und ein gut ausgestattetes Freiwilligenprogramm für all jene, die schon jetzt gehen wollen.

Getriebe für leichte Nutzfahrzeuge, die nicht so schnell elektrifiziert werden wie Pkw, werden wohl noch länger gebraucht. Die Gewerkschaft sieht durch einen Abbau der Entwicklungskapazitäten aber auch die Fertigung in Gefahr. Die Produkte müssen ständig weiterentwickelt werden. Sind sie nicht mehr auf der Höhe der Zeit werden sie in der Regel durch Produkte von Zulieferern ersetzt.  

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