Wegen hoher Energiepreise und des Iran-Konflikts senkt die Bundesbank die Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft.
Bundesbank senkt PrognoseWegen Iran-Krieg wird nur noch Mini-Wachstum erwartet

Die deutsche Wirtschaft bekommt die Folgen des Iran-Kriegs zu spüren. (Symbolbild)
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Ein vermindertes Wachstum der deutschen Konjunktur wird von der Bundesbank infolge des Iran-Konflikts prognostiziert. Ihre aktualisierte Vorausschau kalkuliert für das aktuelle Jahr lediglich mit einem minimalen Zuwachs von kalenderbereinigt 0,5 Prozent. Diese Einschätzung fällt somit skeptischer aus als noch im Dezember. Damals wurde für 2026 ein Zuwachs des realen Bruttoinlandsprodukts von 0,6 Prozent in Aussicht gestellt.
„Die stark gestiegenen Energiepreise dämpfen die Kaufkraft der privaten Haushalte und ihre Konsumausgaben“, teilte die Bundesbank in Frankfurt mit. Die Inflationsrate wird durch diesen Preisschock bei Energie befeuert, was sich auch für die Bürger in Köln und Umgebung unmittelbar finanziell auswirkt. Hinzukommend erschweren Engpässe bei Lieferungen die Lage für Firmen.
Konjunkturelle Besserung erst im Folgejahr erwartet
Eine graduelle Belebung der Konjunktur könnte sich den Angaben der Bundesbank zufolge erst im Anschluss an die verhaltenen Sommermonate einstellen. Aus diesem Grund wird für das Folgejahr ein Zuwachs von 0,8 Prozent prognostiziert, welcher im Jahr 2028 potenziell auf 1,4 Prozent ansteigen kann. Anhaltende Hemmnisse für die Ökonomie stellen allerdings der Mangel an Fachkräften und die kostspieligen Arbeits- und Energieaufwendungen dar.
Die Bundesbank steht mit ihrer korrigierten Voraussage im Einklang mit einer Reihe von skeptischen Prognosen. Für das laufende Jahr gehen sowohl die Bundesregierung als auch das beratende Gremium, die „Wirtschaftsweisen“, von einem ebenso geringen Zuwachs von 0,5 Prozent aus. Schon im Jahr 2025 hatte die deutsche Ökonomie mit einem minimalen Zuwachs von 0,2 Prozent ein drittes aufeinanderfolgendes Jahr ohne nennenswertes Wachstum nur knapp vermieden.
Konfliktfolgen: Steigende Teuerung und angespannter Arbeitsmarkt
Höhere Aufwendungen für Energieträger wie Öl und Gas beschleunigen zusätzlich die Teuerungsrate. Für das aktuelle Jahr prognostiziert die Bundesbank einen harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), der für europäische Vergleiche herangezogen wird, von 2,9 Prozent. Es wird erwartet, dass dieser Wert 2027 geringfügig auf 2,7 Prozent fällt und erst im Jahr 2028 eine deutliche Reduzierung auf 1,9 Prozent erfährt.
Die Bundesbank prognostiziert ebenfalls Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. Voraussichtlich wird die Zahl der Beschäftigten im laufenden Jahr zuerst etwas zurückgehen, bevor sie ab der Mitte des Folgejahres wieder merklich zunimmt. Eine Rezession der Konjunktur kann laut Einschätzung der Notenbank durch erhöhte staatliche Investitionen, beispielsweise in Infrastrukturvorhaben aus den milliardenschweren Sondervermögen, abgewendet werden. (dpa/red)
Aufgrund der prekären ökonomischen Situation erhöht sich der Handlungsdruck auf die Bundesregierung, umgestaltende Maßnahmen einzuleiten. Die Regierungskoalition beabsichtigt, bis zur parlamentarischen Sommerpause im Juli ein Maßnahmenbündel zu verabschieden. Dieses soll die Bereiche Arbeitsmarkt, Sozialversicherungen, Einkommensteuer sowie die Reduzierung von Bürokratie beinhalten. (dpa/red)
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