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Corona-Krise im RheinlandRegionale Wirtschaft erhält Erleichterungen bei Krediten

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Ein Schweißer bei der Arbeit. Viele Firmen suchen in der Krise Hilfe bei ihrer Hausbank.

Köln/Bonn – Banken und Sparkassen in der Region greifen Firmenkunden unter die Arme, auch bevor beschlossene Hilfen abrufbar sind. „Vordringlich sind schnelle und unbürokratische Hilfen für unsere Kunden, die mit Liquiditätsengpässen zu kämpfen haben“, sagte Ulrich Vogt, Vorstandschef der Sparkasse Köln-Bonn. Dazu gehe das Institut auch in Vorleistung, bis weitere staatliche Maßnahmen griffen. Für Firmenkunden hat sie einen Liquiditätsrechner für die Internetseite entwickelt, damit Kunden mögliche Liquiditätslücken ermitteln können.

Umfassende Lösungen gesucht

Die Sparkasse Köln-Bonn steht laut Vogt darüber hinaus im Verbund mit der Sparkassen-Gruppe in intensiven Gesprächen mit der NRW.Bank und der Bürgschaftsbank, um Lösungen für umfangreiche Liquiditätshilfen zu organisieren. Anträge aus der ersten Phase des Hilfspakets der Bundesregierung seien jetzt über die Sparkasse Köln-Bonn an die KfW möglich. Die Förderbank hat ihre Programme für Liquiditätshilfen ausgeweitet. Für Selbständige und Freiberufler ist ein Hilfsprogramm angekündigt, bei dem es vor allem um Zuschüsse geht.

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Auch die Volksbank Oberberg trete bei der Unterstützung der Firmen in Vorleistungen, so Pressesprecher Thomas Knura. Derzeit gebe es eine starke Nachfrage nach Unterstützung. Die VR-Bank Rhein-Sieg bietet ihren Firmenkunden pauschal die Aussetzung der Tilgung für VR-Bankdarlehen an. Vom 1. April bis zum 30. September müssten sie so lediglich die Zinsen bezahlen. So erhalten sie Spielraum bei möglichen Liquiditätsengpässen.

Die Volksbank Köln Bonn finanziert ebenfalls KfW-Mittel vor, weil dabei längere Bearbeitungszeiten nicht auszuschließen seien. Auch Zins- und Tilgungsstundungen ermögliche das Institut seinen Kunden, erklärte Pressesprecher Wilhelm Wester.

Es gehe um einzelfallbezogene Lösungen, betont die Kreissparkasse Köln. Das Institut unterstütze Kunden mit allen neu aufgelegten Förderprogrammen der KfW und der NRW.Bank, mit Hausbankmitteln und auch über sofortige Tilgungsaussetzungen von bestehenden Hausbank- und Fördermitteln.

Kammerappell

Die Industrie- und Handelskammer Köln und die Handwerkskammer hatten in den vergangenen Tagen wiederholt darauf hingewiesen, dass Hilfen noch in dieser Woche erfolgen müssten, weil jetzt Löhne und Mieten fällig würden. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer appellierte am Dienstag an die Kommunen, dem Handwerk Aufträge zu erteilen. „Habt Mut zur Entschlossenheit. Habt Mut zur Auftragsvergabe“, sagte er.

Wollseifer denkt etwa an Gebäude in kommunaler Trägerschaft wie Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder, Sporthallen und Verwaltungsgebäude, die jetzt bei verordnetem Leerstand renoviert oder saniert werden könnten. „Das Handwerk in der Region braucht jetzt Aufträge!“, lautet der Appell von Wollseifer. (raz)Die regionale Wirtschaft erhält Erleichterungen bei Krediten – Aufträge fürs Handwerk Banken unterstützen Firmen Ein Schweißer bei der Arbeit. Viele Firmen suchen in der Krise Hilfe bei ihrer Hausbank. (Oliver Berg) Von Ralf Arenz

Köln/Bonn. Banken und Sparkassen in der Region greifen Firmenkunden unter die Arme, auch bevor beschlossene Hilfen abrufbar sind. „Vordringlich sind schnelle und unbürokratische Hilfen für unsere Kunden, die mit Liquiditätsengpässen zu kämpfen haben“, sagte Ulrich Vogt, Vorstandschef der Sparkasse Köln-Bonn. Dazu gehe das Institut auch in Vorleistung, bis weitere staatliche Maßnahmen griffen. Für Firmenkunden hat sie einen Liquiditätsrechner für die Internetseite entwickelt, damit Kunden mögliche Liquiditätslücken ermitteln können.

Die Sparkasse Köln-Bonn steht laut Vogt darüber hinaus im Verbund mit der Sparkassen-Gruppe in intensiven Gesprächen mit der NRW.Bank und der Bürgschaftsbank, um Lösungen für umfangreiche Liquiditätshilfen zu organisieren. Anträge aus der ersten Phase des Hilfspakets der Bundesregierung seien jetzt über die Sparkasse Köln-Bonn an die KfW möglich. Die Förderbank hat ihre Programme für Liquiditätshilfen ausgeweitet. Für Selbständige und Freiberufler ist ein Hilfsprogramm angekündigt, bei dem es vor allem um Zuschüsse geht.

Auch die Volksbank Oberberg trete bei der Unterstützung der Firmen in Vorleistungen, so Pressesprecher Thomas Knura. Derzeit gebe es eine starke Nachfrage nach Unterstützung. Die VR-Bank Rhein-Sieg bietet ihren Firmenkunden pauschal die Aussetzung der Tilgung für VR-Bankdarlehen an. Vom 1. April bis zum 30. September müssten sie so lediglich die Zinsen bezahlen. So erhalten sie Spielraum bei möglichen Liquiditätsengpässen.

Die Volksbank Köln Bonn finanziert ebenfalls KfW-Mittel vor, weil dabei längere Bearbeitungszeiten nicht auszuschließen seien. Auch Zins- und Tilgungsstundungen ermögliche das Institut seinen Kunden, erklärte Pressesprecher Wilhelm Wester.

Es gehe um einzelfallbezogene Lösungen, betont die Kreissparkasse Köln. Das Institut unterstütze Kunden mit allen neu aufgelegten Förderprogrammen der KfW und der NRW.Bank, mit Hausbankmitteln und auch über sofortige Tilgungsaussetzungen von bestehenden Hausbank- und Fördermitteln.

Kammerappell

Die Industrie- und Handelskammer Köln und die Handwerkskammer hatten in den vergangenen Tagen wiederholt darauf hingewiesen, dass Hilfen noch in dieser Woche erfolgen müssten, weil jetzt Löhne und Mieten fällig würden. Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer appellierte am Dienstag an die Kommunen, dem Handwerk Aufträge zu erteilen. „Habt Mut zur Entschlossenheit. Habt Mut zur Auftragsvergabe“, sagte er.

Wollseifer denkt etwa an Gebäude in kommunaler Trägerschaft wie Schulen, Kindergärten, Schwimmbäder, Sporthallen und Verwaltungsgebäude, die jetzt bei verordnetem Leerstand renoviert oder saniert werden könnten. „Das Handwerk in der Region braucht jetzt Aufträge!“, lautet der Appell von Wollseifer. (raz)

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