Künftig müssen Reisende ihre Gepäckstücke nicht mehr öffnen. Dank neuer Scanner können auch Getränkeflaschen wieder ins Handgepäck.
Flughafen Köln/BonnNeue Scanner versprechen schnellere Kontrollen zum Ferienbeginn

Die Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma schiebt im Sicherheitsbereich am Flughafen Köln/Bonn einen Koffer in einen Scanner. Eine neue Anlage mit elf modernen CT-Kontrollspuren und Scannern soll künftig für schnellere, komfortablere und effizientere Abläufe sorgen.
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Viele Monate beherrschte eine Baustelle das Terminal 1 des Flughafens Köln/Bonn. Lange Schlangen vor den Sicherheitskontrollen waren besonders in den Spitzenzeiten, also den NRW-Schulferien keine Seltenheit. Oft reichte die Warteschlange einmal quer durch das Terminal. Das soll nun Geschichte sein.
Am Dienstag (14. Juli) hat der Flughafen Köln/Bonn nun offiziell seine neue Sicherheitskontrolle eröffnet. Die Veränderungen sind vor allem technischer Natur. Die früheren 17 Kontrollspuren wurden sukzessive ausgebaut und durch neue Scanner ersetzt, die mit einem Computertomografen bestückt sind, wie man ihn auch aus dem Medizinbereich kennt.

Die Mitarbeiterin einer Sicherheitsfirma leitet im Sicherheitsbereich am Flughafen Köln/Bonn eine Reisende in einen Körperscanner.
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Elf dieser Anlagen sind nun in Betrieb. Der Vorteil: Der Scanner durchleuchtet den Koffer, sodass Passagiere etwa ihre Laptops vor der Kontrolle nicht mehr auspacken und separat aufs Band legen müssen. Das soll die Kontrollvorgänge extrem beschleunigen. Damit ist Köln/Bonn der erste Großflughafen in Deutschland, der seine Sicherheitskontrolle flächendeckend mit dieser Technologie ausgestattet hat.
Ein weiterer Clou: Passagiere dürfen im Handgepäck ab Köln/Bonn nun wieder Getränkeflaschen oder andere Flüssigkeiten mitführen, und zwar bis zu zwei Liter, und das sogar pro Behältnis. Nur bei einem konkreten Verdacht öffnet das Sicherheitskontrollpersonal noch die Gepäckstücke. Durch beide Maßnahmen sinkt die Zahl der Wannen, die durch die Sicherheitsschleuse müssen, was ebenfalls die Kontrollen beschleunigen soll.
Flughafen Köln/Bonn: Wasserflaschen bis zwei Liter erlaubt
Die bisherigen Spuren schafften jeweils pro Stunde etwa 80 Passagiere, was in Summe bei 17 Spuren eine Maximalkapazität von knapp 1400 Fluggästen ergibt. Die neuen CT-Scanner schaffen dagegen 200 und mehr Reisende pro Stunde. „In Summe schaffen die neuen Geräte damit 2200 bis 2500 Passagiere pro Stunde“, sagte Flughafenchef Thilo Schmid unserer Redaktion am Rande der feierlichen Eröffnung.
Ergänzt wird die technische Modernisierung durch ein neues Licht- und Akustikkonzept, eine intuitive Wegeführung sowie eine speziell gestaltete Familienspur, die sogenannte „Kids Lane“. Hier wird Kindern durch Trittstufen ermöglicht, ihr Gepäck selbst auf das Band zu legen und wieder herunterzunehmen.
Die Kinderspur ist aber nicht nur reine Familienfreundlichkeit, sondern auch ein Effizienzgedanke des Flughafens. Für Familien besonders mit mehreren Kindern kann das Passieren der Sicherheitskontrollen zum puren Stress ausarten. Kinder kennen die Abläufe noch nicht, sind vor der Reise ohnehin aufgeregt. All das führt dazu, dass Familien im Schnitt deutlich langsamer durch die Kontrolle gehen. Durch die „Kids Lane“ werden die Familien von den grundsätzlich schnelleren erwachsenen Reisenden getrennt, was die Geschwindigkeit der Kontrollen insgesamt erhöht.
Fast Lane und neuer Warteraum an Terminal 1
Neben der Kids Lane gibt es noch eine sogenannte Fast Lane. Sie richtet sich vor allem an Geschäftsreisende, die dank hoher Routine beim Fliegen und leichten Gepäcks nochmals grundsätzlich schneller bei den Kontrollen sind. Diese Spur kann beim Flughafen oder bei der Airline vorab gebucht werden.
Flughafenchef Schmid gibt sich zuversichtlich, dass es in der nächsten Zeit keine langen Schlangen im Terminal geben wird. Neben den neuen Kontrollspuren ist einer der Gründe, dass ein neuer Warteraum ab voraussichtlich Donnerstag oder Freitag in Betrieb geht. Sollte es zu Verzögerungen an den Sicherheitskontrollen kommen, werden die Reisenden in diesem Raum warten, bis sie an der Reihe sind. Dieser Raum soll verhindern, dass es wie in den vergangenen Monaten zu Warteschlangen im Terminal selbst kommt.
In die Neugestaltung investierte der Airport rund 25 Millionen Euro. Die neue Kontrollstelle ist zugleich ein zentraler Baustein des umfassenden Modernisierungsprogramms „Next Chapter“, mit dem die Terminals des Flughafens Schritt für Schritt modernisiert werden sollen.
„Unser Ziel war es, Sicherheit, Effizienz und Aufenthaltsqualität auf ein neues Niveau zu heben“, sagte Flughafen-Geschäftsführer Cenk Özöztürk. „Mit dem Einsatz dieser modernsten CT-Technologie können die Abläufe effizienter gestaltet werden. Das ist gut für die Passagiere, und gleichzeitig erhöht die neue Technik die Sicherheit in der Luftfahrt", sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) bei der Eröffnung.
„Für die Stadt Köln und die gesamte Region ist die neue Sicherheitskontrolle ein echter Meilenstein, der unseren Wirtschafts- und Tourismusstandort nachhaltig stärkt“, so Teresa De Bellis-Olinger, Bürgermeisterin der Stadt Köln (CDU). „Gerade die Sicherheitskontrolle ist für viele Fluggäste der Moment, der darüber entscheidet, ob die Reise entspannt beginnt“, ergänzte Eurowings-Chef Max Kownatzki. Die Lufthansa-Tochter ist die mit Abstand wichtigste Fluglinie am Airport.
Die neue Anlage wird pünktlich vor dem Beginn der NRW-Sommerferien fertig. Am 18. Juli startet in Köln/Bonn, aber auch am Flughafen Düsseldorf, die größte Reisewelle des Jahres. In den kommenden sechseinhalb Wochen erwartet der Flughafen Köln/Bonn 1,8 Millionen Reisende. Die verkehrsreichste Zeit wird das vierte Ferienwochenende Mitte August mit rund 122.700 Passagieren sein. Spitzentag ist der 9. August. Dann werden allein rund 42.000 Reisende am Airport starten oder landen.