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Folgen der Corona-KriseKölnmesse verschlankt ihre Führung

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Die Messe in Köln 

Köln – Die Krise hat alles verändert. Es ist keine zwei Jahre her, da schrieb die Kölner Messe eine Rekordgeschichte nach der anderen. Man hatte große Pläne im Deutzer Messehochhaus, und die sollten sich auch in der Führungsspitze abbilden. Langfristig werde man mit vier statt drei Geschäftsführern arbeiten, so der Plan. Zu umfassend waren die Ausbaupläne im 700 Millionen-Programm Messe 3.0, zu groß die Visionen, das Wachstum musste gelenkt werden.

Nun wird die Messe ab Mai nur noch von zwei Köpfen gesteuert: Neben Messe-Chef Gerald Böse verbleibt der operative Geschäftsführer Oliver Frese. Finanzvorstand Herbert Marner, der im Mai ausscheidet, wird keinen Nachfolger bekommen. Zwei statt Vier: Schlanke Führung ist das Zeichen der Zeit. Der Aufsichtsrat hat die Maßnahme nach Informationen der Rundschau abgesegnet.

Messegeschäft kam fast völlig zum Erliegen

Mit der Corona-Krise ist das Messe-Geschäft mehr oder weniger zum Erliegen gekommen. Der Verlust belief sich im vergangenen Jahr auf knapp 110 Millionen Euro, der Umsatz brach auf das Niveau der 80er Jahre ein, auf gut 94 Millionen Euro. Kaum einen anderen Wirtschaftsbereich hat die Pandemie so gnadenlos getroffen. Seit März 2020 haben keine eigenen Veranstaltungen mehr in Deutz stattgefunden. Wenn überhaupt ist nach dem Sommer auf eine zarte Wiederbelebung zu hoffen. Doch ob und wenn ja, wann das Geschäft in den nächsten Jahren umfassend anlaufen wird, ist nicht zu sagen.

Die Messe hat stets betont, auf Entlassungen verzichten zu wollen. Doch es gibt einen Einstellungsstopp, befristete Verträge laufen vielfach aus, es gibt ein umfassendes Sparprogramm. Auch der Neubau der Zentrale steht auf dem Prüfstand. Derzeit sind 1100 Mitarbeiter bei der Messe beschäftigt (inklusive Auslandsgesellschaften). Die Reduzierung der Führungsspitze soll auch ein Signal sein: „Die Kölnmesse will so die Aufgaben der Zukunft angehen, um die schweren Folgen der Pandemie sowohl wirtschaftlich als auch strategisch zu meistern“, teilt das Unternehmen auf Anfrage der Rundschau mit.

Ab Januar wird Volker Ahrberg als Prokurist die Leitung des Zentralbereichs Finanzen und Controlling fortführen und ab Mai der Geschäftsführung berichten. Ahrberg ist seit 2002 im Unternehmen tätig und gilt als rechte Hand von Herbert Marner. Denkbar wäre, dass er im Fall einer nachhaltigen Belebung des Geschäfts in die Führungsspitze aufrückt.