Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder kann mancherorts Auswirkungen auf den Verkehr haben.
Streikbedingte SperrungIn NRW sind elf Tunnel am Dienstag geschlossen

Der Tunnel der B42 in Königswinter ist am Dienstag geschlossen. (Archivbild)
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Warnstreiks haben heute und am Mittwoch Auswirkungen auf den Straßenverkehr in mehreren Regionen von Nordrhein-Westfalen. Bei elf langen Tunneln im Zuge von Bundes- und Landesstraßen müssen Auto- und Lkw-Fahrer mit Sperrungen rechnen. Das hat der Landesbetrieb Straßen.NRW bekanntgegeben. Er geht von einem Warnstreik in der Tunnelleitzentrale in Leverkusen von Dienstag (20.1.), 16.00 Uhr bis Mittwoch (21.1.), 16.00 Uhr aus.
Es gehe um über 400 Meter lange Straßentunnel, die aus Sicherheitsgründen überwacht werden müssten. Auch der etwas kürzere und nur 275 Meter lange B42-Tunnel Oberdollendorf Galerie in Königswinter falle in diese Kategorie, da er Bestandteil der B42-Tunnelkette sei, erläuterte der Landesbetrieb. Bei streikbedingten Arbeitsausfällen würden die Tunnel aus Sicherheitsgründen gesperrt. Eine Wiederöffnung sei erst nach dem Ende des Warnstreiks möglich.
Die lange Liste der gesperrten Tunnel
Folgende Tunnel müssten nach Stand Montagabend gesperrt werden:
- B42 Oberdollendorf Tunnel, Königswinter, Fahrtrichtung Nord
- B42 Oberdollendorf Galerie, Königswinter, offen Fahrtrichtung Nord
- B42 Tunnel Oberkassel, Bonn, Fahrtrichtung Nord
- B61 Weserauentunnel, Porta Westfalica
- L70 Kiesbergtunnel, Wuppertal
- L107 Tunnel Velbert-Langenberg, Velbert
- L614 Emmerauentunnel, Lügde
- L697 Hestenbergtunnel, Plettenberg
- L751 Tunnel Menkhauser Berg, Oerlinghausen
- L666n Tunnel Engelbert, Gevelsberg
Der Landesbetrieb ist nur für Bundes- und Landesstraßen in NRW zuständig, die Autobahnen werden hingegen von der Autobahn GmbH des Bundes betreut. Verdi NRW hat für beide Bereiche heute zu Warnstreiks aufgerufen.
Autobahn GmbH verweist auf Notdienste
Die Niederlassungen Rheinland und Westfalen der Autobahn GmbH berichteten von Notdienstvereinbarungen, die mit den Gewerkschaften getroffen worden seien. Ziel sei es, die grundsätzliche Verfügbarkeit des Autobahnnetzes aufrechtzuerhalten und die Auswirkungen des Warnstreiks für die Verkehrsteilnehmer so gering wie möglich zu halten, erklärten Sprecher.
Auf Landesebene wollen Beschäftigte unter anderem in Straßenmeistereien sowie in Verkehrs- und Tunnelleitzentralen die Arbeit niederlegen, nicht nun in Nordrhein-Westfalen, sondern auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein.
Insgesamt sind Warnstreiks nach Verdi-Angaben an 18 Standorten bundesweit geplant. Aktionen und Arbeitsniederlegungen gibt es demnach in Niederlassungen und Außenstellen der Autobahn GmbH etwa auch in Nürnberg, Rostock, Stuttgart, Hannover, Montabaur, Hamm, Gelsenkirchen, Köln, Kiel, Hamburg und Berlin.
Weiterer Warnstreik an Uniklinik
In den Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Länder hat Verdi an der Uniklinik Düsseldorf zu einem dreitägigen Warnstreik aufgerufen, der heute beginnen soll. Streikbedingt müssten in dem Zeitraum einige der geplanten Aufnahmen verschoben werden, teilte die Uniklinik auf ihrer Internetseite mit. Auch Beschäftigte der Heinrich-Heine-Universität sowie mehrerer Teilbereiche der Landesverwaltung in Düsseldorf sind heute zu Warnstreiks aufgerufen.
Verdi fordert für die mehr als 920.000 Tarifbeschäftigten der Länder sieben Prozent mehr Einkommen – mindestens aber 300 Euro mehr. Von Länderseite waren die Forderungen wegen knapper Länderhaushalte wiederholt als überzogen zurückgewiesen worden. Allerdings war von Arbeitgeberseite auch Zuversicht zu hören, dass ein Abschluss im Februar zustande kommen könnte. (dpa)

