Energiepreise treiben die Inflation in der Eurozone weiter nach oben. Damit entfernt sich die Teuerung noch stärker vom Ziel der Europäischen Zentralbank. Sie dürfte bald reagieren.
Nach ÖlpreisschockInflationsrate in Eurozone steigt im Oktober auf 4 Prozent

Ein Tropfen hängt an der Zapfpistole. Wegen der hohen Ölpreise steigt die Inflationsrate in der Eurozone. (Archivbild)
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Getrieben von hohen Energiepreisen ist die Inflation in der Eurozone im Oktober auf den höchsten Stand seit über drei Jahren gestiegen. Im Jahresvergleich legten die Verbraucherpreise um 4,0 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat in Luxemburg nach einer ersten Schätzung mitteilte. Dies ist die höchste Inflationsrate seit September 2023. Volkswirte hatten den Anstieg so erwartet.
Im September hatte die Inflationsrate bei 3,8 Prozent und im August bei 3,2 Prozent gelegen. Die Teuerung steigt damit immer stärker über das von der Europäischen Zentralbank (EZB) angestrebte Ziel von mittelfristig zwei Prozent, bei dem die EZB die Preisstabilität als gewährleistet ansieht.
An den Finanzmärkten wird daher fest mit einer dritten Zinserhöhung der EZB in diesem Jahr gerechnet. Die Notenbank entscheidet wieder am 17. Dezember über den Leitzins. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins könnte dann auf 2,75 Prozent steigen. Nach jüngster Prognose der EZB müssen sich die Menschen im Euroraum bis mindestens 2027 auf eine erhöhte Inflation einstellen.
Zinserhöhung der EZB im Dezember erwartet
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hatte sich erst am Dienstag für eine Leitzinserhöhung ausgesprochen. Nach aktueller Einschätzung sei eine Anhebung „sehr wahrscheinlich notwendig“, sagte Nagel, der Mitglied des EZB-Rates ist, laut Redetext am Abend in Berlin. „Aus heutiger Sicht dürfte (...) kaum ein Weg an einer Zinserhöhung vorbeiführen, wenn sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessert.“
Höhere Leitzinsen der EZB sind gut für Sparer. Sie verteuern zugleich Kredite, was die Nachfrage bremsen und so die Inflation dämpfen kann. Allerdings sind höhere Zinsen eine Belastung für alle, die investieren wollen – darunter Unternehmen und Hausbauer. Das kann die Konjunktur bremsen. (dpa)
