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Neuer ArbeitsplatzWelche Fettnäpfchen Job-Anfänger vermeiden sollten

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Damit der Start im neuen Job gelingt, sollten Einsteiger ihre Kräfte einteilen - und nicht gleich zu Beginn alles an sich reißen.

Beim Einstieg in einen neuen Job will sich jeder von seiner besten Seite zeigen: motiviert, engagiert und mit vielen frischen Ideen. Schließlich geht es darum, anfangs einen guten Eindruck zu machen und sich einzubringen.

Dabei kann man allerdings leicht übers Ziel hinausschießen, warnt die Karriereberaterin und Buchautorin Anke Quittschau. Vor allem Besserwisserei und Überheblichkeit kämen gar nicht gut an.

„Gerade im Bereich ihrer Soft-Skills sollten Jobeinsteiger achtsam sein“, rät auch Quittschaus Kollegin Christina Tabernig und fügt hinzu: „Wer nichts von sich erzählt und sein Image selber gestaltet, bekommt dies im Zweifel von anderen verpasst.“ Soll heißen: „Marketing in eigener Sache ist wichtig, es gilt nicht nur Gutes zu tun, sondern auch darüber zu reden. Nur so können Vorgesetzte und Kollegen Sie auch wahrnehmen“, erklärt die Karriereexpertin.

Sieben Fehler, die Jobeinsteiger unbedingt vermeiden sollten:

Assistenten missachten: Sie haben den Überblick über Termine, kennen fast jeden im Unternehmen und sind bestens über offizielle und inoffizielle Entscheidungswege informiert. „Arroganz gegenüber Assistenten kann sich schnell rächen“, warnt Quittschau.

Nur weil jemand in einer höheren Position eingestellt wurde, sollte er die Sekretärin auf keinen Fall herablassend behandeln oder sie ignorieren. Ein paar freundliche Worte an der richtigen Stelle können es erheblich leichter machen, sich schnell im Unternehmen zurechtzufinden.

Besserwisserei: „Besserwisser mag keiner“, sagt Quittschau. Selbst wenn Neulinge recht haben, sollten sie sich anfangs mit allzu forschen Vorschlägen zurückhalten, um altgediente Mitarbeiter und Vorgesetzte nicht vor den Kopf zu stoßen. „Stattdessen sollte man Fachwissen sympathisch an den Mann bringen.“

Ideen sollte man so verpacken, dass die neuen Kollegen sich abgeholt fühlen. „Holen Sie sie frühzeitig mit an Bord und nehmen Sie eventuelle Verbesserungsvorschläge an“, rät Quittschau. Anfangs hält man sich am besten etwas zurück, fragt einfach nach, zeigt Interesse und hört aufmerksam zu.

Dresscodes ignorieren: „Ich lasse mich nicht verbiegen, ich bin wie ich bin!“ Mit dieser Einstellung könnten sich Jobanfänger schnell vieles verbauen, sagt Quittschau. Das gilt vor allem für die Kleidung. Jede Branche hat einen Dresscode. Weicht jemand zu stark davon ab, signalisiert er, dass er nicht dazugehören will. Der Lieblings-Kapuzenpulli sollte daher besser für die Freizeit aufgehoben werden.

Gekleidet wie ein Papagei sollte ohnehin niemand ins Büro kommen. Ein paar Farbtupfer hier und da sind aber erlaubt. Der Knigge rät: Je höher die Position in der Hierarchie, umso dunkler werden die getragenen Farben. Das wirkt einfach seriöser.

Hemd und Krawatte: Am klassischen Business-Outfit für Männer hat sich nicht viel geändert in den vergangenen Jahren. Je nach Branche wird aber auch mal auf den Schlips verzichtet. Damen tragen Kostüm oder Hosenanzug mit Bluse. „Bei hohen Temperaturen sollte Acht auf die Stoffqualität gelegt werden“, rät der Knigge. Sonst gibt es schnell peinliche Schweißflecken.

Genug Deo auftragen, nicht zu viel Haut zeigen, Fingernägel schneiden und regelmäßig zum Friseur gehen: Eine Knigge-Regeln klingen selbstverständlich - nicht nur im Büro. Absolute No-Gos sind bei Frauen Miniröcke, zu hohe Absätze und ein tiefes Dekolleté.

Männer tappen gerne in die Sockenfalle: Bunte Strümpfe im Comicstil wirken nicht originell, sondern albern. Auch Tennissocken, abgelaufene Schuhsohlen oder zu viel Schmuck sollten im Büro vermieden werden.

In vielen deutschen Unternehmen und Großkonzernen hat er Einzug gehalten: Der Casual Friday. Die Idee stammt aus den USA. Mit dem legeren Dress-Code stimmen sich Mitarbeiter auf das nahe Wochenende ein. Männer tragen Jackett und Hose. „Möglich hier auch eine saubere Jeans, aber ohne Krawatte“, rät der Knigge. Denkbar seien auch Anzüge aus Leinenstoff, die leichter knittern.

Vorschnelles Duzen: „Hey Chef, meinst du nicht...?“ Mit voreiligem Duzen können sich neue Mitarbeiter schnell ins Abseits schießen. Auch wenn Neulinge aus einem jugendlichen Unternehmen kommen, sollten sie die Umgangsformen nicht in die neue Firma importieren, riet Quittschau. „Das Duz-Angebot kommt immer von denen, die schon länger da sind.“

Netzwerke und Strukturen missachten: Nicht immer entscheidet im Alltagsgeschäft derjenige, der auf dem Papier ganz oben steht. Wer als Jobanfänger nicht auf bestehende Entscheidungswege achtet, dem kann es passieren, dass seine Ideen und Vorschläge nicht ankommen. „Oft gibt es eine graue Eminenz in Unternehmen“, sagt die Karriereexpertin. Vor allem in Meetings könne man schnell erkennen, wer welche Entscheidungen trifft.

Sonderwünsche stellen: Wenn im Vertrag zum Beispiel ein Firmenwagen vereinbart ist, sollten neue Mitarbeiter nicht von Anfang an auf einem Luxusmodell bestehen. „Wenn man den Wagen vom Vorgänger bekommt, der schon 60.000 Kilometer auf dem Tacho hat und nach Rauch riecht, sollte man das erstmal akzeptieren“, empfiehlt Quittschau. Sonderwünsche müsste man sich erst erarbeiten.

Sich zu schnell verausgaben: Neue Mitarbeiter werden vor allem von den Kollegen gerne mit Arbeit überhäuft. Der neue Job soll normalerweise aber nicht nur ein paar Wochen oder Monate dauern. Einsteiger sollten deshalb ihre Kräfte einteilen. „Im Zweifelsfall sollte man auch mal höflich Nein sagen“, rät Quittschau. „Geben Sie nicht jeden Tag 150 Prozent, sonst glaubt Ihr neuer Arbeitgeber, dass sei Ihr normales Tempo“, empfiehlt sie ergänzend. Denn schnell seien die Reserven am Ende, noch bevor es richtig angefangen hat. (gs/dpa)

Buchtipp:

Christina Tabernigg/Anke Quittschau: Die ersten 100 Tage im neuen Job: Vom Start weg erfolgreich