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Kampf gegen InflationEZB hebt Leitzins an – erste Erhöhung seit fast drei Jahren

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Europäische Zentralbank

Die steigende Inflation in der Eurozone setzt die EZB unter Druck. (Archivbild)

Die EZB hebt erstmals seit September 2023 die Zinsen an. Grund ist die hohe Inflation, die durch den Iran-Krieg befeuert wird.

EZB reagiert auf Inflation: Erster Zinsschritt seit September 2023 Wegen der hohen Teuerung, angetrieben durch den Iran-Krieg, hat die Zentralbank der Eurozone (EZB) die Zinsen angehoben – zum ersten Mal seit beinahe drei Jahren. Vom EZB-Rat in Frankfurt wurde eine Anhebung des für Kreditinstitute und Sparer maßgeblichen Einlagenzinses beschlossen; er steigt um 0,25 Prozentpunkte und liegt nun bei 2,25 Prozent.

Vor dieser Maßnahme hatte die Zentralbank den Satz, den Kreditinstitute für bei ihr hinterlegte Einlagen bekommen, sieben Mal nacheinander auf einem Niveau von 2,0 Prozent gehalten. Die vorausgegangene Erhöhung im Währungsraum datiert vom September 2023. Steigende Zinsen machen Darlehen für Konsumenten und Firmen kostspieliger, was die Nachfrage drosseln und somit die Teuerung abschwächen kann. Zugleich stellen solche Schritte eine Bürde für die ohnehin fragile Wirtschaftslage dar. Die EZB steht folglich vor einem Dilemma: Eine zu deutliche Anhebung birgt das Risiko, das Wirtschaftswachstum zu hemmen.

Preisanstieg durch Konflikt im Nahen Osten

Die primäre Aufgabe der Zentralbanker besteht darin, die Teuerung zu bändigen. Als Konsequenz des Iran-Kriegs hat der Schock bei den Ölpreisen die Inflationsrate stark beschleunigt. Laut vorläufigen offiziellen Daten befanden sich die Konsumentenpreise im Euroraum im Mai um 3,2 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats.

Iran-Krieg

Der Iran-Krieg hat die Preise für Öl und Gas nach oben getrieben. (Archivbild)

Das von der EZB mittelfristig angestrebte Ziel von zwei Prozent Inflation wird somit klar verfehlt. In der Bundesrepublik trugen ebenfalls erhöhte Kraftstoffpreise zur Teuerung bei. Eine Preisermäßigung an den Zapfsäulen bewirkte hierzulande im Mai eine geringfügige Milderung auf eine Inflationsrate von 2,6 Prozent. Wirtschaftsexperten sorgen sich, dass aufgrund des Nahost-Konflikts nicht allein Kraftstoffe und Heizmaterial teurer werden, sondern ein genereller Preisanstieg erfolgt, weil Firmen erhöhte Kosten für Energie und Transport an die Verbraucher durchreichen. Zur Einordnung: Vor Beginn des Krieges im Januar betrug die Inflationsrate in der Eurozone lediglich 1,7 Prozent.

Was die Zinswende für Sparer bedeutet

Die Zinsen für Spareinlagen haben sich bereits im Vorfeld des EZB-Beschlusses erhöht. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox erzielt Festgeld mit bundesweiter Verfügbarkeit und einer Laufzeit von zwei Jahren aktuell durchschnittlich gut 2,3 Prozent. Für Tagesgeldkonten werden 1,3 Prozent geboten. Manche Kreditinstitute locken neue Kunden temporär mit Offerten von bis zu 4 Prozent für Tagesgeld.

Das Portal prognostiziert, dass sich die Bedingungen für Anleger durch die höheren Leitzinsen zusätzlich attraktiver gestalten werden. „In dem Fall dürfte sich der Zinsanstieg beim Festgeld in ähnlichem Tempo wie zuletzt fortsetzen“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.

Folgen weitere Zinsschritte in diesem Jahr?

Manche Ökonomen rechnen damit, dass dies nicht die einzige Zinsanhebung für dieses Jahr gewesen sein wird. Die Präsidentin der EZB, Christine Lagarde, betonte mehrfach die Entschlossenheit der Notenbank, die Stabilität der Preise sicherzustellen.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde

EZB-Präsidentin Christine Lagarde zeigt sich entschlossen gegen steigende Inflation. (Archivbild)

Nach dem Start des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 wurde die Zentralbank dafür kritisiert, den seinerzeitigen Anstieg der Preise zu lange falsch eingeschätzt zu haben. In der Eurozone stieg die Inflationsrate auf mehr als zehn Prozent an, und in Deutschland kam es zu einer rapiden Verteuerung von Energie und Lebensmitteln. Die Auswirkungen dieser Preissteigerungen sind bis in die Gegenwart spürbar: Lebensmittel kosten ungefähr ein Drittel mehr als es 2019 der Fall war. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.