Nicht etwa kriminelle Energie, sondern die pure Verzweiflung hat in der Vergangenheit viele Angehörige von pflegebedürftigen alten Menschen zu Gesetzesbrechern werden lassen. Denn dass es nicht mit rechten Dingen zugehen kann bei einem auch gestern noch im Internet beworbenen Rund-um-die-Uhr-Service einer Betreuerin aus Osteuropa für monatlich etwas mehr als 1500 Euro, das hat wohl jeder geahnt.
Und nun? Nun fällt das Problem der häuslichen Pflege, vor dem die Politik seit Jahren standhaft die Augen verschließt, den Familien voll auf die Füße. Wenn Oma oder Opa nicht ins Heim wollen oder sollen, ist eine legale 24/7-Pflege daheim jetzt für die allermeisten unbezahlbar und eine staatliche Regelung erstmal nicht in Sicht. Da bleiben in vielen Fällen nur die Selbstausbeutung als pflegende Angehörige oder eben doch das Heim. In anderen Fällen werden die betroffenen Familien versuchen, auf eigene Faust Unterstützung aus Osteuropa zu organisieren. Das wird zu einem Anstieg der Schwarzarbeit führen.
