Kommentar zur Uniper-RettungDem Staat blieb keine Wahl, ein unumgänglicher Schritt

Eon-Tochter Uniper
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Düsseldorf – Der Bund rettet nun also mit Milliarden Steuergeldern den Energiekonzern Uniper, der mehrheitlich in finnischer Hand liegt und mit Moskau verbandelt ist. Zu Recht mag sich da manch einer fragen, wie es bloß so weit kommen konnte. Doch der Schritt war unumgänglich.
Um die Energiesicherheit in Deutschland zu bewahren, blieb dem Staat keine Wahl, als seinen größten Gasimporteur zu stützen. Denn beim Fall Uniper geht es um weit mehr als um ein Unternehmen in wirtschaftlicher Not. Das Unternehmen hat Systemrelevanz: Hunderte Stadtwerke sind von ihm abhängig, die wiederum sicherstellen, dass jeder Bürger Strom und Gas beziehen kann und die Industrie beliefern. Geht Uniper in die Knie, zieht es die Stadtwerke mit – und wir frieren.
Probleme sind keineswegs vom Tisch
Doch mit der staatlichen Rettung sind die Probleme keineswegs vom Tisch. Denn erstens werden die Steuerzahler nun doppelt belastet: Zum einen müssen sie ins Risiko für mögliche Verluste gehen, zum anderen werden die Gasrechnungen wegen einer Umlage künftig noch höher ausfallen als ohnehin schon. Zwar versprach die Bundesregierung zugleich mit einer Wohngeldreform weitere Entlastungen. Nur leidet mittlerweile auch Otto Normalbürger zunehmend unter den steigenden Preisen und kann sich diese immer weniger leisten.
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Und zweitens: Der Staatseinstieg stellt zwar sicher, dass das vorhandene Gas weiter zu den Uniper-Kunden fließt. Allerdings kann dieser Schritt nicht das Problem beseitigen, dass Russland das Gas nicht zuverlässig oder womöglich gar nicht mehr liefert. Mit anderen Worten: Die Uniper-Rettung allein wird den Deutschen keinesfalls über den Winter helfen.


