Globale Unsicherheiten sorgen für eine historisch hohe Nachfrage bei Giesecke+Devrient, einem Sicherheitstechnik-Spezialisten aus München.
Profiteur der KrisenMünchner Firma meldet Rekord bei Banknoten und Sicherheit

Krisen und Unsicherheit bescheren Giesecke + Devrient Rekordaufträge. (Archiv)
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Ein bemerkenswertes Geschäftswachstum infolge von Krisen und Kriegen meldet der Münchner Produzent von Sicherheitstechnik und Banknoten, Giesecke+Devrient (G+D). Der Vorstandsvorsitzende Ralf Wintergerst informierte die Deutsche Presse-Agentur darüber, dass der Auftragseingang im abgelaufenen Jahr einen historischen Höchstwert von 3,6 Milliarden Euro erreichte, was einer Zunahme um acht Prozent entspricht. Auf knapp 3,2 Milliarden Euro kletterten die Erlöse (+1,3 Prozent). Im Gegensatz dazu fiel der Reingewinn wegen eines steuerlichen Sondereffekts um etwas mehr als 3 Prozent auf 85 Millionen Euro.
Das 1852 ins Leben gerufene Unternehmen beschäftigt global 14.500 Personen. Seine Erzeugnisse sind im täglichen Leben präsent, obwohl die Marke selbst wenig Bekanntheit genießt. G+D ist neben der Bundesdruckerei die einzige Firma in Deutschland mit der Berechtigung, Euro-Geldscheine herzustellen.
Digitale Sicherheit als wachsendes Geschäftsfeld
Der Hightech-Sektor der Firma gewinnt jedoch stetig an Wichtigkeit. Abgesehen von Banknoten fertigt Giesecke+Devrient ebenfalls Sicherheitstechnologie für staatliche Stellen und die Telekommunikationsindustrie. Darüber hinaus wird Software für Geldinstitute und Versicherer entwickelt. Das Angebotsspektrum beinhaltet Lösungen zur Verschlüsselung und Authentifizierung sowie Chips für Kredit-, Giro-, SIM- und eSIM-Karten.
„Unsere drei Geschäftsbereiche sind alle gleichmäßig gut gefahren“, zitierte die dpa Wintergerst. „Sicherheitstechnologie ist im Aufwind.“ Ein besonders kräftiges Wachstum verzeichne die Sparte für digitale Sicherheit. Der Manager unterstrich: „Wir müssen alle Produkte auf das Zeitalter der Quantencomputer vorbereiten“.
Vorbereitung auf die Ära der Quantencomputer
Weil Quantencomputer eine signifikant höhere Rechenkapazität als konventionelle Computer besitzen, könnten sie künftig aktuelle Verschlüsselungsmethoden überwinden. „Dafür brauchen wir längere Schlüssel“, führte Wintergerst aus. „Eine Frage ist, ob diese noch auf die bisherigen Chips passen.“
Die Firma beabsichtigt außerdem, ihre Tätigkeiten als Serviceanbieter für den Finanzsektor zu erweitern. Von einer Tochtergesellschaft des Bundesverbands deutscher Banken wurde im Dezember die Sparte für Zahlungsverkehrstechnologie und Bankenservices übernommen. „Wir werden kein Bezahldienstleister, aber wir bieten Lösungen etwa für die Authentifizierung von Bezahltransaktionen“, verdeutlichte Wintergerst.
Hohe Nachfrage nach Bargeld in Krisenzeiten
Auch die traditionelle Zahlungsform Bargeld ist in unsicheren Phasen sehr begehrt. Im Segment Banknoten meldete G+D für das abgelaufene Jahr den größten Auftragsbestand in der Unternehmenshistorie. „Wenn die Unsicherheit steigt, greifen viele Menschen auf Bargeld zurück“, äußerte Wintergerst. Bevorzugt würden dabei der Euro und der Dollar, weil das Vertrauen in lokale, von Inflation bedrohte Währungen in zahlreichen Staaten gering sei.
Diese Entwicklung wird durch Daten der Bundesbank untermauert: Wenngleich der Anteil von Barzahlungen global sinkt, hat sich die umlaufende Bargeldmenge in den vergangenen Jahren dennoch erhöht. Das ist ein Indiz dafür, dass zahlreiche Personen Bares zu Hause lagern oder in Bankschließfächern deponieren. Aufgrund des starken Auftragspolsters blickt das Management zuversichtlich in das aktuelle Geschäftsjahr und rechnet mit einem fortgesetzten Umsatzplus. (red)
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