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Günstiges ZeitfensterChefin von Krupp-Stiftung hält Stahlsparten-Verselbstständigung für denkbar

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Thyssenkrupp will seine Stahlsparte verselbstständigen. «Ich habe den Eindruck, dass es aktuell ein gutes Zeitfenster für einen solchen Schritt gibt», sagte jetzt die Chefin der Krupp-Stiftung, Ursula Gather, in einem Interview der WAZ. (Archivbild)

Thyssenkrupp will seine Stahlsparte verselbstständigen. «Ich habe den Eindruck, dass es aktuell ein gutes Zeitfenster für einen solchen Schritt gibt», sagte jetzt die Chefin der Krupp-Stiftung, Ursula Gather, in einem Interview der WAZ. (Archivbild)

Die Stiftung hält 21 Prozent der Thyssenkrupp-Aktien und eine Staatsbeteiligung ist für Gather unnötig.

Die Krupp-Stiftung hält eine baldige Verselbstständigung der Stahlsparte des Industriekonzerns Thyssenkrupp für denkbar. Stiftungschefin Ursula Gather sieht derzeit ein günstiges Zeitfenster für diesen Schritt, wie sie in einem Interview der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) erklärte.

Der Sanierungstarifvertrag zeige bereits Wirkung, und mit dem Verkauf von HKM habe der Konzern einen großen Schritt geschafft, so Gather. Außerdem erhalte die europäische Stahlbranche durch EU-Zölle mehr Schutz. Auch bei der Direktreduktionsanlage in Duisburg gebe es Fortschritte. Diese Entwicklung gelte es zu nutzen.

Krupp-Stiftung: Ursula Gather sieht Zeitfenster für Verselbstständigung

Die Krupp-Stiftung besitzt 21 Prozent der Thyssenkrupp-Aktien und ist damit größte Anteilseignerin des Konzerns. Derzeit wird die Thyssenkrupp AG zu einer Finanzholding umgebaut, in der die bisherigen Sparten nach und nach verselbstständigt werden sollen.

Die Marinesparte TKMS ist im Herbst des Vorjahres an die Börse gegangen. Die Werkstoffsparte TK Accelis soll noch in diesem Jahr nachziehen.

Thyssenkrupp schließt bei Stahl Minderheitsbeteiligung nicht aus

Grundsätzlich wolle die Konzernmutter Mehrheitseigentümerin bleiben, in der Stahlsparte halte sie jedoch auch eine Minderheitsbeteiligung für möglich. Die übrigen Sparten sind Autoteile und grüne Technologien.

Eine Staatsbeteiligung an der Stahlsparte, dem größten Stahlhersteller Deutschlands, hält Gather für unnötig. Weder Land noch Bund wären nach ihrer Einschätzung der bessere Eigentümer. Ziel sei es, die Verselbstständigung aus eigener Kraft zu schaffen, was sie für machbar hält. Auf die Frage, ob die Stiftung auch an der Stahlsparte beteiligt bleiben möchte, antwortete Gather, es würde sie freuen, wenn sie wie bei TKMS und Accelis auch an einem verselbstständigten Stahlkonzern beteiligt sei.

Ende Juni waren in der Stahlsparte rund 25.080 Menschen beschäftigt, knapp 860 weniger als ein Jahr zuvor. Der Konzern legt seinen Geschäftsbericht für das Geschäftsjahr 2025/26, das am 30. September endete, am 8. Dezember vor.

(dpa/red)