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Neues internationales RankingVerschläft Deutschland seine Zukunft?

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Breitbandausbau

Vor allem beim Thema Breitbandausbau hinkt Deutschland hinterher.

  1. Die Bundesrepublik hat im internationalen Vergleich an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt.
  2. Das zeigt das jährliche Ranking des Weltwirtschaftsforums (Wef), bei dem Deutschland von Platz drei auf sieben abgerutscht ist.
  3. Wo liegen die Probleme? Und verschläft Deutschland gar seine Zukunft?

Frankfurt – Seit vier Jahrzehnten vergleicht das Weltwirtschaftsforum (Wef) 141 Länder weltweit. Das Wef ist bekannt durch das Treffen von Politikern und Wirtschaftslenkern aus aller Welt in Davos jedes Jahr im Januar. Die Methodik des Vergleichs wurde im Laufe der Jahrzehnte immer weiter verfeinert, inzwischen werden die Länder in zwölf Kategorien gemessen – mit 103 Einzelindikatoren. Diese beruhen zu zwei Dritteln auf internationalen ökonomischen Datenbanken und zu 30 Prozent auf einer weltweiten internationalen Unternehmensumfrage.

Wie sieht das Ranking aktuell aus?

Gegenüber dem vergangenen Jahr hat sich die Zusammensetzung der Top Ten nicht geändert. Doch nun haben Singapur und die USA die Plätze getauscht, der asiatische Stadtstaat steht nun auf Platz eins, auf Platz drei findet sich Hongkong, dann die Niederlande, die Schweiz, Japan und dann eben erst Deutschland. Alle diese Länder liegen aber dicht beieinander.

So kommt Singapur als Nummer Eins auf 84,8 von 100 möglichen Punkten, Deutschland auf 81,8 Punkte. Der Durchschnitt liegt bei 61 Punkten. China bleibt wie im Vorjahr auf Platz 28, Schlusslichter sind Kongo, der Jemen und Tschad. Diese starken Unterschiede sorgen das Wef: „Der Graben bei der Wettbewerbsfähigkeit ist umso besorgniserregender, weil die Weltwirtschaft mit der Aussicht auf einen Abschwung konfrontiert ist“, so die Forscher. Die veränderte geopolitische Lage und die wachsenden Handelsspannungen heizten Unsicherheiten an und könnten zu einer Konjunkturabschwächung führen.

Wie schneidet Deutschland konkret ab?

Deutschland schneidet bei der Innovationsfähigkeit sehr gut ab. Die messen die Forscher zum einen an der hohen Patentanmeldequote. Sie untersuchten auch etwa wissenschaftliche Veröffentlichungen und die Frage, wie schnell auf Veränderungen reagiert wird. Spitze ist Deutschland auch in puncto makroökonomischer Stabilität, bei der Inflationsrate und der Schuldenlage.

Fortschritte bei der Internet-Versorgung

Deutschland macht bei der Versorgung mit schnellem Internet deutliche Fortschritte. Aktuell sind hierzulande etwa 19 Millionen gigabitfähige Anschlüsse verfügbar. Eine Steigerung um 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Etwa 25 Prozent werden aktiv genutzt, der Rest ist vorhanden, aber inaktiv. Neun von zehn Anschlüssen stammen von den Wettbewerbern der Telekom. Das geht aus Zahlen des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) hervor. Die Zahl der „echten“ Glasfaseranschlüsse, das heißt Anschlüsse bis ins Haus oder die Wohnung, ist um ein Fünftel auf 4,4 Millionen gestiegen. Davon wird ein Drittel genutzt (plus 36 Prozent).

Die Telekommunikationsunternehmen werden im laufenden Jahr mit 9,4 Milliarden Euro so viel in neue Technik investieren wie seit 2001 nicht mehr. 51 Prozent davon stemmen die Konkurrenzunternehmen der Deutschen Telekom.

Der Verband VATM, dem die größten Wettbewerbsunternehmen im Telekommunikationsmarkt angehören, kritisiert, dass es beim Gigabit-Ausbau in Deutschland noch zu viele Hürden und Hemmnisse gibt, die diesen verlangsamen und verteuern. „Es herrscht hier dringender politischer Handlungsbedarf“, sagt Verbandspräsident Martin Witt. (epp)

Als gut bewerteten die Forscher auch den Ausbildungsgrad und die Fähigkeiten der Beschäftigten. Allerdings gebe es Nachholbedarf in der Weiterbildung und bei der Umschulung auf neue Technologien. Auch bei der Vermittlung der Hochschulabsolventen gibt es nach Ansicht des Weltwirtschaftsforums Nachholbedarf. Allerdings halten die Studienautoren die „Zukunftsorientierung der Regierung“ in Deutschland für sehr gut – hier war nur Luxemburg besser. Darunter fallen die politische Stabilität und die Regulierung in der Energiewirtschaft.

Wo liegen die Schwächen der Bundesrepublik?

Das größte Manko erkennen die Ökonomen in der Einführung der Informations- und Kommunikationstechnologie. Da kommt es auf den Anteil von Breitband- und Glasfaseranschlüssen an. Hier erreicht Deutschland global nur Rang 36. Bei mobilen Breitbandanschlüssen sieht es kaum besser aus, da sprang Platz 58 heraus. Das bedeutet: Deutschland liegt in dieser Kategorie hinter den baltischen Staaten, aber auch hinter Russland und China. Denn deutlich weniger Bürger als dort haben Zugang zum Breitband-Internet.

Der Mobilfunk-Standard 4G ist in Deutschland nur für zwei Drittel der Menschen verfügbar, das ergibt Rang 70 weltweit. Hier liegt Südkorea an der Spitze mit 97,49 Prozent vor Japan und Norwegen mit 94,7 und 92,16 Prozent.

Auch jungen Unternehmern macht man in Deutschland den Start nicht leicht. Gemessen an den Kosten, die diese in den Aufbau ihres Geschäfts investieren müssen, erreichte Deutschland nur Rang 72. Immerhin war das gegenüber dem Vorjahr ein Sprung um 19 Plätze.

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