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Pilotenstreik bei EurowingsJeder zweite Flieger bleibt am Boden – 61 Ausfälle in Köln

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So gut wie verwaist waren die Schalter von Eurowings am Flughafen Köln/Bonn.

Düsseldorf – Gestrichen, annulliert, cancelled: An den Anzeigetafeln vieler deutscher Flughäfen hat es am Donnerstag nur so von Flugabsagen bei Eurowings gewimmelt. Denn mit einem ganztägigen Streik sorgten die Piloten dafür, dass gut die Hälfte der Flüge bei der Lufthansa-Tochter ausfielen, wie die Fluggesellschaft bestätigte. Zehntausende Passagiere mussten deshalb auf andere Flüge oder die Bahn ausweichen – oder ihre Reise verschieben. Es war bereits der dritte große Ausstand von Beschäftigten der Lufthansa-Gruppe in diesem Jahr.

Trotz des Arbeitskampfes ging Eurowings davon aus, auch am Streiktag insgesamt über 30000 Fluggäste ans Ziel zu bringen, wie ein Firmensprecher am Donnerstag sagte. Damit komme mehr als die Hälfte der gebuchten Passagiere ans Ziel. Durchschnittlich führt die Lufthansa-Tochter täglich rund 500 Flüge durch zu Reisezielen in Deutschland und Europa.

Köln/Bonn streicht 61 von 90 Verbindungen

Hart betroffen von der Streikaktion waren die deutschen Flughäfen. Allein in Düsseldorf, dem größten Standort von Eurowings, wurden nach Angaben des Flughafens 118 Flüge abgesagt. In Köln/Bonn wurden 61 der geplanten 90 Verbindungen gestrichen, in Hamburg 72 und in Stuttgart 54 Flüge.

Die Airline Eurowings Discover, die ab dem Flughafen Frankfurt und auch München fliegt, sei hingegen nicht vom Streik betroffen, hatte ein Sprecher erklärt. Da Eurowings die Kunden rechtzeitig informiert habe, habe es an den Airports keine Probleme gegeben, hieß es vor Ort übereinstimmend.

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Dass Eurowings trotz des Streiks noch knapp die Hälfte der geplanten Flüge anbieten konnte, lag vor allem daran, dass die Maschinen der österreichischen Tochter Eurowings Europe nicht vom Arbeitskampf betroffen waren. Sie fliege „unter Volllast“, hieß es gestern. Außerdem setzte die Airline Flugzeuge von Partnergesellschaften ein, die auch sonst einen Teil der Flüge durchführen.

In diesem Jahr häufen sich die Streiks von Beschäftigten im Lufthansa-Konzern. Erst Anfang September hatte ein ganztägiger Streik der Piloten nahezu den gesamten Betrieb der Kernmarke Lufthansa lahmgelegt. Die Airline musste mehr als 800 Flüge mit 130000 betroffenen Passagieren absagen.

Zuvor hatte im Juli bereits die Gewerkschaft Verdi mit einem Streik des Bodenpersonals den Flugbetrieb der größten deutschen Airline für einen ganzen Tag nahezu zum Stillstand gebracht. Der Streik bei Eurowings ist deshalb auch ein weiteres Signal für die gereizte Stimmung bei vielen Mitarbeitern.

Gewerkschaft: „Noch keine Signale für Bewegung“

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte die Eurowings-Piloten zum Streik aufgerufen, nachdem die Verhandlungen über einen Manteltarifvertrag gescheitert waren. VC geht es um bessere Arbeitsbedingungen, etwa um eine Verringerung der maximalen Flugdienstzeiten. „Auch nach Streikbeginn haben wir noch keine Signale für Bewegung bei Eurowings bekommen“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Eurowings kritisierte den Streik schon vor Beginn als unverhältnismäßig und unverantwortlich.

Zwar war der Streik auf einen Tag begrenzt, dennoch ist nicht ausgeschlossen, dass manche Passagiere auch am Freitag noch mit Problemen konfrontiert werden. Eurowings betonte gestern, man treffe derzeit alle Vorbereitungen, um direkt nach Streikende zum normalen Flugbetrieb zurückzukehren. Ein VC-Sprecher sagte allerdings: „Es dürfte Anlaufprobleme geben, weil Flugzeuge infolge des Streiks nicht da sind, wo sie sein sollten – und auch Crews nicht am richtigen Ort sind.“ (dpa)